Führerappell des Obergebietes West
Am 7. Januar 1934 versammeln sich die Führer der Gefolgschaften, Unterbanne, Banne und Oberbanne des Obergebietes West morgens um 9 Uhr im Kongress-Saal der Kölner Messe zu einem Führerappell.
Eingeleitet wird die Tagung durch Märsche der HJ-Musikkapelle und Gedichtvorträgen von Bannführer Bornemann. Anschließend eröffnet der Gebietsführer des Gebietes 11, Mittelrhein, Albert Wallwey, die Tagung mit einer Rede, in der er als Ursache für die "jahrhundertealte Uneinigkeit und Zerrissenheit des deutschen Volkes" die "konfessionelle Spaltung" sowie Liberalismus und Marxismus ausmacht. Erst durch das Erlebnis des Weltkrieges sei es zu einem Zusammenschluss gekommen, und hier liege auch der Ursprung des Nationalsozialismus. Die Jugendlichen ruft er dazu auf, nicht demütig und unterwürfig zu sein, sondern dem "eigenen Selbst treu zu bleiben". Wenn der Rührer rufe, müsse alles bereitstehen.
Anschließend spricht Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher, der seine Rede mit einem Rückblick auf die Jahre 1932 und 1933 beginnt und den politischen Durchbruch des Nationalsozialismus sowie die Tage von Düsseldorf und Nürnberg als zentrale Ereignisse in Erinnerung ruft.
Dann thematisiert er innerorganisatorische Fragen und hebt hier besonders die Bedeutung der Heimabende hervor, auf denen die HJ-Führer die Jungen die "nationalsozialistischen Gedankengänge" vermitteln müssten, um das Ziel, die "Totalität der Jugend" zu verwirklichen.
Danach wendet er sich an die Kritiker der HJ, und hier insbesondere an die konfessionellen Verbände, und hebt jedoch hervor, dass die Haltung der HJ diesen Verbänden gegenüber nicht mit ihrer Haltung gegenüber der Kirche zu verwechseln sei.
Er beendet seine Rede mit einer Stellungnahme zu HJ und Schule und betont, dass Elternhaus, Schule und HJ die "Hauptfaktoren im Leben des jungen Menschen" seien und daher nicht gegeneinander arbeiten dürften. Wenn es dann der HJ gelinge, die gesamte deutsche Jugend zu erfassen und zu gestalten, brauche niemand um die Verwirklichung des nationalsozialistischen Ideengutes Sorge zu tragen.