Luftwaffenhelfer

Luftwaffenhelfer

Luftwaffenhelfer in einer Kölner Stellung, 1943/44


Ab Mitte Februar 1943 wurden Schüler ab 17 Jahren als Helfer und Kanoniere der Flugabwehr eingesetzt. Sie verrichteten ihre Aufgaben oft mit großer Begeisterung, viele von ihnen bezahlten dafür aber mit ihrem Leben.

Hohe Verluste und immer neue Einberufungswellen der Wehrmacht ließen die Zahlen erwachsener Männer in Deutschland im Laufe des Krieges immer weiter sinken. Spätestens Anfang des Jahres 1943 gab es daher Schwierigkeiten, genügend Mannschaften für die Flugabwehr zu finden.

Zur Lösung des Problems sollte die Verordnung zur „Heranziehung von Schülern zum Kriegshilfseinsatz der deutschen Jugend in der Luftwaffe" vom 26. Januar 1943 beitragen, nach der 17-Jährige ab dem Geburtsjahrgang 1926 als Hilfskräfte an den Flakgeschützen eingesetzt werden konnten. Später wurden auch Angehörige der Jahrgänge 1927 und 1928 herangezogen.

Die Schüler wurden klassenweise kaserniert und trugen Uniformen. Als Luftwaffenhelfer hatten sie jedoch nicht den Status von Soldaten, erfüllten aber wie sie Aufgaben an Geschützen und Geräten und lebten auch in den Flakstellungen. Gleichzeitig blieben sie jedoch Schüler, die von ihren Lehrern in den Flakbatterien oder nahe gelegenen Schulgebäuden unterrichtet werden sollten. Dieser Unterricht ließ in seiner Qualität und Intensität jedoch zumeist sehr zu wünschen übrig.

Durch die zuvor erfahrene langjährige militärische und ideologische Beeinflussung waren viele LWH zunächst von der Möglichkeit zum aktiven Kampf begeistert und übernahmen immer weitere Aufgaben, bis einige von ihnen in Eigenverantwortung sogar ganze Flakbatterien bedienten und führten. Sie fühlten sich nun als Männer, weshalb es den weitaus meisten auch sehr missfiel, dass sie offiziell als HJ-Angehörige galten und auf Initiative der Reichsjugendführung zur „Ausgehuniform" stets die HJ-Armbinde tragen sollten.

In den Jahren 1943 bis 1945 waren insgesamt etwa 200.000 Luftwaffenhelfer und Marinehelfer im Einsatz. Genauere Daten sowie Angaben zu Toten und Verletzten unter den Luftwaffenhelfern existieren nicht. Allerdings lassen Berichte von zahlreichen Volltreffern in Flakstellungen hohe Opferzahlen befürchten.

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