Manfred Mammel

geb. in Brühl 1923

Inhalt
Baum wird geladen...

Manfred Mammel (1923)

Manfred Mammel wird am 21. April 1923 als erstes Kind der Eheleute Mammel in Bonn geboren. Die zum katholischen Milieu zählende vierköpfige Familie - 1927 kommt noch eine Schwester hinzu - bewohnt eine Wohnung im ersten Stock eines Dreifamilienhauses.

Als kaufmännischer Angestellter in der Hauptverwaltung der „Roddergrube“ kann der Vater der Familie ein ausreichendes Auskommen sichern und somit seinem Sohn Manfred den Besuch des Brühler Gymnasiums finanzieren.

Trotz eines frühen NSDAP-Eintritts des Vaters spielt Politik – so die Erinnerung von Manfred Mammel - im Familienlebe kaum eine Rolle. Dennoch sieht sich Manfred sowohl in der Schule als auch durch alltägliche Propaganda einer permanenten Indoktrinierung ausgesetzt. Wie seine Freunde tritt er mit zehn Jahren in das Jungvolk ein, wo die organisatorisch-hierarchischen Strukturen zunächst noch recht marginal ausgeprägt sind. Der Alltag wird vornehmlich durch gemeinsames Singen und Geländespiele im Freien geprägt. Obwohl Manfred eigentlich keine besonderen Aufstiegsambitionen hegt, macht er in kurzer Zeit Karriere und steigt bis zum Jungstammführer und damit zum ranghöchsten Jungvolkführer in Brühl auf.

Zum Jahreswechsel 1941/42 erkrankt Manfred drei Monate vor dem Abitur an Tuberkulose. Besonders bedrückt ihn dabei, dass die schwere Krankheit seinem großen Wunsch im Wege stehen könnte, als Soldat persönlichen Anteil am nie in Zweifel gezogenen „Endsieg“ zu haben. Zu seiner Überraschung wird er doch noch als wehrfähig gemustert und zunächst in der Nachrichtentruppe in Südfrankreich eingesetzt.

Sein weiterer Weg führt ihn als Offiziersbewerber und „Nationalsozialistischer Führungsoffizier“ auf die Kriegsschule nach Wischau und anschließend zur „Frontbewährung“ als Panzergrenadier in die Ukraine, wo er im Juli 1944 schwer verwundet wird. Nach mehrmonatigem Lazarettaufenthalt in Prag wird Manfred ein letztes Mal an der Front in Ungarn eingesetzt. Bereits nach kurzer Zeit erneut verletzt, verbringt er einige Zeit in einem Lazarett in der Steiermark.

Nach der Flucht vor der Roten Armee gerät Manfred in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er bereits im Juli 1945 entlassen wird. Er kehrt nach Brühl zurück, wo er sich nach anfänglichen Schwierigkeiten schließlich eine berufliche und familiäre Existenz aufbauen kann.

Das Gespräch wurde 2012 geführt. Manfred Mammel bat darum, ihn nur mit Ton aufzunehmen.

 

zuletzt bearbeitet am: 28.09.2016