Wolfgang Walter

geb. in Rinteln 1928

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Wolfgang Walter (1928)

Wolfgang Walter, geboren am 21. Juni 1928, wächst in Rinteln im Weserbergland auf. Seine Eltern sind wohlhabend; der Vater ist Beamter, seine Mutter kommt aus einer Händlerfamilie.

Seit seiner Kindheit wächst Wolfgang Walter in die Jugendorganisationen des NS-Staats hinein. Als 1942 seine Mutter stirbt, werden ihm Jungvolk und Hitlerjugend endgültig zur Ersatzfamilie. Hier erfährt er Kameradschaftlichkeit, Gemeinschaft, Orientierung, Halt und er fühlt sich in seiner jugendlichen Autonomie gestärkt.

Seit Kindheitstagen hofft Wolfgang, Soldat zu werden. Ihn faszinieren Uniformen, Ordnung, Drill und körperliche Herausforderungen. Die Schule und das Jungvolk sind inzwischen stark militarisiert; hier wird die jugendliche Sehnsucht nach Heldentum und soldatischer Kameradschaftlichkeit gefördert.

Im Januar 1944 wird Wolfgang Walter Luftwaffenhelfer. Der erste Kriegseinsatz ist mit einer politischen Schulung und weiterer militärischer Ausbildung kombiniert. Von den Schrecken des Krieges lässt er sich wenig beeindrucken. Er glaubt fest an den propagierten „Endsieg“ des NS-Staats, selbst als die Niederlage faktisch unabwendbar ist.

Nach achtwöchigem Arbeitsdienst wird Wolfgang als Panzergrenadier bei Braunschweig eingesetzt. Noch im März 1945 zieht er mit seiner Truppe an die Front.

Anfang Mai 1945 gerät er in englische Kriegsgefangenschaft. In der Nachkriegszeit beginnt Wolfgang Walter sich alsbald kritisch mit dem nationalsozialistischen „Führer-Staat“ auseinanderzusetzen, wobei ihm nun der militärische Widerstand um Stauffenberg und den 20. Juli 1944 als moralisches Leitbild gilt. Mit der Wiederbewaffnung Deutschlands und der Einrichtung der Bundeswehr setzt er seine militärische Karriere bis zur Pensionierung fort.

Wolfgang Walters Lebensgeschichte verdeutlicht zeigt die Attraktivität des NS-Jungvolks als „Ersatzfamilie“, wie er es selbst nennt. Nach dem Tod der Mutter sucht er Halt und Gemeinschaft und findet das im Jungvolk und beim Militär. Wolfgang Walters Geschichte ist daher ein Beispiel für die Anziehungskraft der NS-Organisationen auf Menschen, die in einer entscheidenden Phase ihres Lebens Halt und Geborgenheit suchten und bedurften.

 

zuletzt bearbeitet am: 05.09.2016