„Kittelbachpiraten“ an der Ruhr
Der Nierenhofer HJ-Unterbannführer H. bemerkt am 20. März 1938 eine Gruppe von knapp 20 Jugendlichen aus Essen und Wattenscheid „Am Deutschen Winz" an der Ruhr. Er identifiziert sie als Kittelbachpiraten und benachrichtigt gemeinsam mit seinem vorgesetzten Bannführer Th. die Hattinger Polizei, die die Personalien der Jugendlichen feststellt.
Zurück in Essen werden die Jugendlichen von der Gestapo vernommen. Sie geben an, spontan und in kleinen Gruppen Richtung Niederweniger gefahren zu sein. Franz H. hingegen bestätigt den Verdacht der Gestapo, dass sich die Jugendlichen bereits in Essen zu einer Gruppe zusammen gefunden haben: „An der Ruhrbrücke standen noch etwa 20 Jungen und 3 Mädel aus Essen und Wattenscheid, teils mit und teils ohne Räder. Einer machte dann den Vorschlag, dass wir alle zu Fuß nach Niederweniger wandern sollten. Wir wurden uns einig und sämtliche Radfahrer stellten ihre Räder bei Jansen Dahlhauserstraße unter. Zwanglos wanderten wir dann alle der Ruhr entlang nach Niederweniger.
Die Beamten werfen den Jugendlichen vor, auf der Wanderung nicht mit dem korrekten „Deutschen Gruß" gegrüßt zu haben. Kurt J. erwidert: „Es ist nicht richtig, dass ich mit „Heil!" gegrüßt habe. Irgendein geheimes Zeichen kenne ich nicht. Dass durch Kopfnicken gegrüßt worden ist, habe ich nicht wahrgenommen. Es ist allerdings richtig, dass nicht alle den Deutschen Gruß angewandt haben."