Ehemaliger DPSG-Führer bei Großeinsatz des HJ-Streifendienstes festgenommen
Der HJ-Streifendienst greift im Zuge einer Razzia gegen die „Bündische Jugend" am 10. Juni 1938 acht Jugendliche in Herbede auf und übergibt sie der Gestapo. Ihre auffällige Kleidung hat die Jungen verdächtig gemacht: „Die Teilnehmer dieser Gruppe trugen z.T. Schottenhemden, zusammengedrückte Schaftstiefel, schwarze Fahrtenhosen, weiße Hemden mit Schillerkragen (kath. Jugend), Koppelzeug mit Fahrtenmesser usw. Ein Teil der Jugendlichen trug auch die bekannten Lederhosen, die z. Zt. von vielen wilden Wandergruppen in westdeutschen Städten getragen werden", heißt es im Protokoll der Gestapo. Ausrüstung, Musikinstrumente und Koppeln werden beschlagnahmt. Werner Sch. wird eine Pistole und Patronen angenommen.
Die Jugendlichen geben an, seit dem 4. Juni unterwegs und auf dem Rückweg von der Hohensyburg zu sein. Als Anführer der Gruppe gilt der Gestapo der festgenommene Franz K., „der früher Mitglied der St. Georgs-Pfadfinderschaft war."
Die Gestapo ermahnt die Jugendlichen, sich auch in ihrer Freizeit für Wanderungen offiziell von der HJ beurlauben zu lassen. Weitergehende Verfehlungen können dagegen nicht festgestellt werden. Im Abschlussbericht vom 25. September 1938 heißt es: „Er hat zu Pfingsten 1938 mit 4 Schulkameraden eine Fahrradtour nach Herbede pp. ausgeführt. Eine strafbare Handlung war nicht nachweisbar."