Menü
Günther Roos - Eine Jugend in der NS-Zeit
Die Zusatzmaterialien
Ereignisse

Der „Peter und Paul-Angriff“ auf Köln am 29. Juni 1943

Als Günther Roos in seinem eilig beantragten „Heimaturlaub“ im Juli 1943 in Köln eintraf und die schrecklichen Zerstörungen sah, war er tief erschüttert. Allerdings hatten zu diesem Zeitpunkt bereits erste Aufräumungsarbeit begonnen und zumindest die meisten Toten waren geborgen worden.

Die Bilder, die Günther Roos sah, dürften in vielem jenen entsprochen haben, die im folgenden Film gezeigt werden. Dieser Streifen (ohne Ton) dürfte in offiziellem Auftrag gedreht worden sein, wurde aber wohl nie öffentlich gezeigt. Er zeigt in ungeschönten Bildern die Situation in Köln nach einem schweren Bombenangriff Mitte 1943. Unklar bleibt allerdings, ob er unmittelbar nach dem „Peter und Paul-Angriff“ vom 29. Juni 1943 oder nach einem der Anfang Juli 1943 folgenden Angriffe aufgenommen wurde.

 

Weitaus unmittelbarer als die Eindrücke von Günther Roos und auch als die Filmbilder es wiederzugeben vermögen, waren die Schilderungen, die direkt vom Angriff am 29. Juni 1943 betroffene Kölner Schülerinnen unmittelbar danach in Form eines Aufsatzes zu Papier brachten.

Kriegsschrecken im Schulaufsatz

Über die Autorinnen der hier abgedruckten Erinnerungsberichte zu den Juni/Juli-Angriffen des Jahres 1943 ist nicht viel bekannt. Man weiß nur, dass es sich um eine Klasse Kölner Berufsschülerinnen der Geburtsjahrgänge 1926 bis 1929 handelte, denen im Herbst 1943 die Aufgabe gestellt wurde, ihre Erlebnisse während und nach den Angriffen in Aufsatzform zu Papier zu bringen.  

Die im Historischen Archiv der Stadt Köln im Bestand "Chroniken und Darstellungen" unter der Nummer 522 überlieferten Ergebnisse sind erschütternd und beredtes Zeugnis dafür, wie hilflos sich insbesondere Kinder und Jugendliche den Schrecken des Krieges ausgesetzt sahen. In den kurzen Aufsätzen ist der Tod allgegenwärtig, und es sind nicht selten Mütter, Geschwister oder Verwandte, die davon betroffen sind. Fast mit Händen greifbar werden in diesen Schriftstücken auch die völlige Hilflosigkeit und die daraus resultierende lähmende Angst, mit der die Menschen in Bunkern und Luftschutzräumen die Angriffe durchleiden mussten. Außerdem kann man an den Aufsätzen ermessen, in welcher Breite der Bombenkrieg spätestens seit Mitte 1943 die Kölner Bevölkerung traf. Hier schilderten nicht etwa besonders schwer vom Schicksal getroffene Menschen ihre traumatischen Erfahrungen, sondern die Schülerinnen einer einzigen und zufällig ausgewählten Klasse. Eine Schule weiter hätte die gleiche Aufgabenstellung vermutlich zu ähnlich bestürzenden Ergebnissen geführt, da der Bombenkrieg in seiner schlimmsten Ausprägung in Köln mittlerweile allgegenwärtig war.  

Gleichzeitig sind einige der Beiträge auch gute Beispiele für die der Angriffswelle folgenden kurzfristigen Fluchten und Evakuierungen. Insofern stellen sie insgesamt die Momentaufnahme einer kritischen Situation dar, der bis zum März 1945 aber noch viele weitere folgen sollten.

Gertrud L. (*1928): Der Großangriff auf die Hansestadt Köln am 29. Juni 1943

Als am 28. auf den 29. Juli 1943 die Sirene ertönte, stand ich mit meiner Mutter aus dem Bette auf. Gleich darauf fing es auch an zu schießen, so dass ich keine Zeit hatte, mir etwas anzuziehen. Wir liefen sofort in den Keller. Alle Hausbewohner waren schon im Keller. Kaum hatten wir die letzte Stufe von der Kellertreppe betreten, da fiel auch schon die erste Mine neben uns. Es war eine dicke Staubwolke, einer sah den andern nicht mehr wieder. Jetzt hörte man kein Schießen der Flak, nur das Zischen der Bomben. Einschlag um Einschlag, nun fingen alle Leute an zu schreien. Alle beteten wir. Zum Glück hatten wir eine Notlaterne zur Hand, dann stürzte auch schon die Kellertreppe zusammen.

Es war nun höchste Zeit, den Keller zu verlassen. Aber wie sollten wir herauskommen? Kein Durchbruch, noch nicht einmal eine Hacke oder Beil hatten wir. Jetzt hörten wir noch einen Einschlag. Unser Haus hatte einen Kanister bekommen. Dieser schlug durch bis auf die erste Etage. Endlich hatten wir einen Gegenstand gefunden. Damit schlugen wir unser Kellerloch ein. Jetzt konnte einer nach dem andern heraus. Meine Schwester gab mir ihren Koffer und schrie „Gerta, lauf weiter“. Zuerst riss ich meinen Unterrock auseinander und gab meiner Mutter, meiner Schwester, meinem Neffen und mir selbst etwas für vor den Mund zu tun. Dann lief ich aus der Kaygasse über die Alte Mauer, durch es Trappengässchen auf den Blaubach in den Öffentlichen Luftschutzkeller. Hier konnte man es noch einigermaßen aushalten. Es hatten sich viele Leute hier gesammelt. Viele Leute wurden hierher gebracht, die von Phosphor verbrannt waren. Nach und nach kam auch hier der Qualm so stark, dass man es hier auch weiter nicht aushalten konnte.

Da bin ich so fest eingeschlafen, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass man mich weggetragen hat. Mittwochs mittags habe ich mich auf dem Gr. Griechenmarkt in der Bezirksstelle wieder gefunden. Hier saßen viele Leute, die alle ihr Hab und Gut verloren hatten. Alle waren ihre Bekannten und Verwandten am Suchen. Da fielen mir meine Mutter, meine Schwester und deren Kind ein. Jetzt nahm ich mir mein kleines Köfferchen, worin die Papiere meiner Schwester waren. Da ich nichts anhatte, als nur die Schlafanzughose, lieh mir eine Bekannte einen alten Unterrock. Nun ging ich auf die Suche meiner Angehörigen. Aber niemanden fand ich.

Des Donnerstags morgens ging ich wieder auf die Suche. Plötzlich sagte mir ein Mann, dass meine Mutter, meine Schwester und deren Kind tot seien. Ich konnte es gar nicht glauben. Da zeigte mir ein Mann meine Mutter da liegen. Sie lag auf dem Bauch, in einer Hand hatte sie ihre Haare. Neben ihr lagen noch mehrere Leute, ohne Kopf, auch welche verkohlt. Aber meine Schwester lag nicht da. Da sagte mir ein anderer Mann, wie er meine Schwester dienstags herausgeholt hätte, hätte das Kind die letzten Atemzüge getan. Männer vom S.H.D. hätten versucht, ihn mit Sauerstoff hochzubekommen. Aber alles sei vergeblich gewesen. Man hätte ihn seiner Mutter in die Arme gelegt. Ich habe meiner Mutter einen Zettel angehängt mit dem Namen. Dieser ist auf dem Transport verloren gegangen. So sind sie als unbekannt begraben worden. Es sind viele Leute in die Ewigkeit gegangen. Diese Nacht will ich in meinem Leben nie vergessen.

Gertrud L. ( geb. 1928)

Framgrita S. (*1929): Die Nacht zum 29.6.43

Nachdem in dieser Nacht Fliegeralarm gegeben wurde, suchten wir, meine Mutter und ich, den Keller auf. Nach und nach stellten sich die Hausbewohner ein. (…) Plötzlich begann es zu schießen. Sofort war alles rauchig. Man hörte nur noch das Schießen der Flak. Da flogen die Flugzeuge über uns. Da begann auch schon das Sausen der Bomben, es war ein furchtbares Gefühl. Als der Bombenhagel nicht enden wollte und gerade bei uns in der Nähe Sprengbomben und Luftminen fielen, hatten wir alle das Gefühl, nicht mehr aus dem Keller zu kommen. Auf einmal sagte unser Kellner: „Seid mal ruhig, ich glaube, hier läuft Wasser.“ Er läuft zum Hauptwasserhahn. Aber es war ein Irrtum, rundherum brannte es und das war ein Geräusch, als ob Wasser lief. Da sagte der Soldat, der bei uns im Hause wohnte: „Ich will mal sehen, ob es bei uns brennt.“ Als er oben an der Kellertreppe stand, gab es einen Krach und er flog die ganze Kellertreppe hinunter. Die Flieger kamen noch Mal; dann fing der Bombenwurf wieder an. Es war ein Krachen und Heulen. Bei jedem Sausen duckten wir uns zusammen in eine Ecke des Kellers.

Dann hörte alles auf, und sofort liefen wir hinauf, um zu sehen, ob es bei uns brannte. Die Regenrinne und das Dach war am brennen. Jeder holte sich das Beste raus und brachte es in den Keller. Da klopfte es plötzlich an die Haustüre und nachdem wir geöffnet hatten, ergoss sich ein Strom von Menschen ins Haus. Verschiedene baten um Wasser zu trinken und für die Augen, wieder andere hatten Hunger. Wir gaben, was wir hatten. Aber Wasser hatten wir selbst keins. Wir machten uns die Augen mit Bier nass. Dann kam ein S.H.D.-Mann und sagte: „Sofort alles raus, vor der Türe liegt ein Blindgänger.“ Jetzt begann ein Drängen und Schieben. Jeder wollte der erste sein.

Meine Mutter, unser Kellner und ich zogen zum Rhein. (Und mein Hund.) Wir gingen - oder besser, wir liefen - durch die Rheinaustraße, die aber schon am 31. Mai 1942 total zerstört worden war und überraschenderweise waren (auch) dort in die Trümmer keine Bomben gefallen. In einer Garage saßen wir bis 11 Uhr vormittags. Dann wurden wir im Lastauto nach Bonn gefahren und von da aus nach Bernkastel. Da blieben wir, bis wir wieder eine Wohnung in Köln hatten. Das war die Nacht zum 29., der 2. große Terrorangriff auf Köln.

Framgrita S. (geb. 1929)

Erika W. (*1928):Die Nacht vom 29. Juni

Die Nacht vom 29. Juni sollte die für Köln verhängnisvollste werden. Als die Sirenen gingen, blieben mein Bruder und ich im Bett liegen. Meine Eltern gingen auf unser Sonnendach, um zu sehen, aus welcher Richtung die Flieger kamen. Als sie sahen, dass sie sich in großer Zahl von einer Seite näherten von wo sie sonst nie kamen, weckten sie uns und wir gingen in den Keller. Jeder von uns hatte seinen Koffer in der Hand. Mein Bruder sollte am anderen Tage in die Herbstferien fahren, er hatte deshalb seine Garderobe im Koffer. Wir saßen kaum 5 Minuten im Keller, da krachte in das gegenüberliegende Haus eine Luftmine. Durch den Luftdruck wurden wir alle hochgerissen. Zugleich ging das Licht aus, und es drohte eine Panik auszubrechen, aber nachdem die Kerzen angezündet waren, wurden alle wieder ruhig. Da unser Keller einer der besten ist, füllte er sich rasch mit Leuten, die aus den Durchbrüchen zu uns kamen. Die Haltung der Leute und Kinder war eine wahrhaft vorbildliche. Jedes Schreien oder Weinen wurde selbst von den Kleinsten tapfer unterdrückt, die meisten beteten leise. Das ganze Reich täte gut daran, die Opfer, die wir Kölner gebracht haben, anzuerkennen. Stattdessen wird es als Selbstverständlichkeit oder selbstverdiente Strafe angesehen.

Plötzlich merkten wir, dass das Lager der Firma Stüssgen, das sich über dem Keller befand, brannte. Darin befanden sich auch einige Kanister Öl und Petroleum. Dadurch, dass diese brannten, wurde die Luft im Keller unerträglich. Wir zogen alle feste Lederschuhe an. Zum Glück stand in unserem Keller eine Bütte mit Wasser. Wir machten ein kleines Badetuch nass und flohen dann. Unser Hausflur stand in Flammen, aber wir kamen glücklich durch. Dann liefen wir in die Urichgasse, um auf den Sachsenring zu kommen. Unterwegs wurde es meiner Mutter schlecht und wir liefen in ein noch nicht brennendes Haus. Hier sahen wir, dass mein Bruder fehlte. Die ganze Nacht saßen wir auf der Treppe des Hauses. Am anderen Morgen gingen wir zu Fuß nach Rodenkirchen. Um 2 Uhr Mittags traf endlich mein Bruder ein. Er hatte einen fremden Hund auf dem Arm, den er aus einem Keller herausgeholt hatte. Dann gingen wir in unsere Wohnung zurück und stellten fest, dass wir alles verloren hatten.

Erika W. (geb. 1928)

Marianne M. (*1929): In der Nacht zum 28./29. Juni

Die schlimmste Nacht, die ich bis jetzt erlebte, war vom 28. zum 29. Juni. Als die Warnung kam, stand meine Mutter auf, und weckte uns. Als die ersten Bomben fielen, packten wir uns auf und gingen in den Keller. Kaum waren wir im Keller, da versagten Licht und Wasser. Wir saßen geduckt in einem Eckchen. Eine Bombe fiel nach der anderen und der Kalk fiel dann von der Wand. Als der Mann von der dritten Etage herauf ging und wenige Minuten später wieder nach unten kam, sagte er: „Unser Huus is am brenne.“ Da sagte mein Vater: „Jetzt ist es Zeit, dass wir herauskommen“ und schlug den Durchbruch auf. Als wir durchkrochen, sahen wir, dass dieses Haus schon bis ins Unterhaus abgebrannt war. Weiter durch konnten wir nicht, denn da war durch eine Sprengbombe die Wand eingefallen. Wir sind wieder zurück mit der Kerze in der Hand. Im Keller angekommen, die Kerze gelöscht und hinauf. In der Wirtschaft lagen die Tische und Stühle alle auf dem Boden und brannte. Wir kletterten drüber und liefen herüber auf die andere Ecke.

Als wir zur Haustüre herausliefen, fiel meine Mutter und mein Brüderchen Horst in die brennenden Funken. Da wurde Horst von einem SHD Mann geschnappt. Wo sie ihn hinschleppten, wussten wir nicht. Dann liefen wir in ein Haus, welches noch nicht brannte. Wir waren kaum eine halbe Stunde in diesem Hause, als der Eigentümer rief: „Leute ihr müsst raus, das Haus stürzt ein!“ Da liefen wir alle wieder raus. Wir rannten mit den Funken nach der Severinstraße zu, durch die Spulmannsgasse, Weberstraße, Weichserhof, Kölhofstraße in die Kleine Witschgasse. Erst machten wir in ein ausgebranntes Haus von vorigem Jahr und dann in ein Haus herein, was durch eine Sprengbombe … beschädigt wurde. Da wollten wir nicht in den Keller, denn da lag eine tote Frau drin. Dann sind wir wieder weg, rüber in die Papierfabrik, dort haben wir geschlafen.

Am andern Morgen um 10 Uhr schoben wir los am Rhein vorbei nach Deutz, herüber zum Kalker Straßenbahnhof und fuhren dann zur Großmutter in Refrath und schliefen uns erst mal aus. Am 29. Juni kam mein Onkel und Tante mit meinem Brüderchen Horst nach Hause. Sie hatten ihn wieder gefunden. Nun waren wir wieder alle beisammen.

Marianne M. (geb. 1929)

Therese F. (*1928): Der 29. Juni 1943

In der Nacht vom 28. auf 29. Juni hatte [die] Schreckensnacht für die Hansestadt Köln geschlagen.

Kurz vor ½ 2 Uhr ertönte die Sirene. Schnell zogen wir uns an, als gleich darauf schon die Flak zu schießen anfing. Schnell liefen wir in den Keller, in der Eile vergaßen wir die Hälfte der Sachen, die wir sonst mit in den Keller nahmen. Kaum waren alle Hausbewohner im Keller versammelt, als schon die ersten Bomben auf die Stadt herabfielen. Gleich darauf setzte das Licht aus, aber das hatten wir ja schon so oft erlebt, da war schnell zu helfen, eine Kerze hatte fast jeder in seiner Tasche. Unaufhörlich prasselten Bomben auf die Stadt, schon konnte einer den andern vor Rauch nicht mehr sehen. Wir hörten einen fürchterlichen Knall, da stürzte auch schon die Kellertreppe ein, ein Phosphorkanister war sofort in den Keller geschlagen.

Was nun tun, jetzt hieß [es] Herr der Lage sein, zuerst wurde der Durchbruch aufgeschlagen. Aber das eine Nebenhaus hatte keinen zweiten Durchbruch, und über die Kellertreppe des Nebenhauses hinauszugelangen, war auch ganz unmöglich. Im anderen Nebenhaus war es genau dasselbe, da schlug mein Vetter eine Mauer zu einem Hof eines abgebrannten Hauses auf, und so glaubten wir, ins Freie zu gelangen. Aber auf den Hof waren auch Brandbomben befallen, und nun war es dort auch am Brennen. Kurz entschlossen hingen wir uns eine nasse Decke um und liefen durchs Feuer ins Freie.

Aber nirgendwo war eine Bleibe, überall war es am Brennen. Wir liefen auf den Waidmarkt in die Bedürfnisanstalt, diese war gespickt voll mit Menschen. Da schrieen mich die Leute an, erst da merkte ich, dass mein Koffer und meine Tasche am Brennen waren. Ein Mann nahm meine Sachen und schmiss sie fort. Auf einmal spürte ich einen furchtbaren Schmerz im Knie, da sah ich, dass ich mir mein Knie mit Phosphor verbrannt hatte. Eine Frau verband mir mein Knie notdürftig. Meine Mutter hatte sich ihr Gesicht mit Phosphor verbrannt. Zu 6 Personen hatten wir eine Toilette, dort standen wir zusammen wie die Heringe.

Kaum hatte ich gesagt: „Hoffentlich liegt hier kein Blindgänger.“ Als ein Blindgänger gleich neben der Bedürfnisanstalt in die Luft ging. Weiter weiß ich nichts mehr, ich kann nur sagen, dass ich mich auf einmal an einer anderen Seite des Waidmarkts wieder fand.

Nun ging ich auf die Suche nach meiner Mutter und meinem Vetter, beide fand ich in einem Hausgang eines nur bis zur ersten Etage abgebrannten Hauses. Dann rafften wir uns auf und gingen zu meiner Tante nach Kalk. Bei meiner Tante angelangt, konnten wir es vor Schmerzen nicht mehr aushalten, da brachte meine Tante uns ins Krankenhaus, wo wir zwei Wochen blieben.

Die Nacht werde ich in meinem Leben nie vergessen. Viele tausend Menschen ließen in dieser Nacht ihr Leben. Auch sie sind für Deutschland gefallen. Jetzt sind wir auf dem Land bei meiner Tante, wo wir uns ein Zimmer häuslich eingerichtet haben. Aber ich kann nur sagen, ich moch zo Foß no Kölle jon.

Therese F. (geb. 1928)

Margarete F. (*1928): Ich möch zo Fos no Kölle jon

Am 29.6.43 war auf Köln ein schwerer Angriff. Als des Abends die Sirene ertönte, gingen wir alle in den Luftschutzkeller. Die Flak versuchte auch gleich zu schießen. Wir saßen kaum im Keller, da hörten wir schon die Bomben zischen. Wir hörten die Fensterscheiben klirren. Nachher hörte man schon gar kein Schießen mehr, sondern nur die Aufschläge der Bomben. Auf einmal ging plötzlich das Licht im Keller aus. Wir Leute standen alle auf und stellten uns alle nahe zusammen in eine Ecke.

Um 3 Uhr herum rief der Luftschutzwart, wir müssten aus dem Keller. Es wäre unmöglich darin zu bleiben, sonst würden wir alle ums Leben kommen. Wir sind dann alle hintereinander einer nach dem andern durchs Feuer gegangen. Dann sind wir alle unter einem Bogen stehen geblieben, wo wir wenigstens etwas geschützt waren. Dort sind wir bis morgens 7 Uhr geblieben.

Dann rief der Hausmeister, wir müssten dort alle fort. Da haben wir uns wieder alle angeschlossen und sind nacheinander auf den großen Griechenmarkt in die Schule gegangen. Weil wir immer durchs Feuer gelaufen sind, habe ich mir das Gesicht und die Beine verbrannt. Wir sind in der Schule bis abends um 6 Uhr geblieben. Von dort aus sind wir auf den Neumarkt gegangen. Aber auch nur immer über Steine und Tote. Plötzlich stolperte ich. Als ich aufstand, sah ich, dass ich über eine verbrannte Leiche gestolpert bin. Da habe ich mich gleich übergeben.

Als wir auf dem Neumarkt ankamen, fuhr ein Lastauto nach Hennef an der Sieg. Weil wir kein Bleiben hatten, sind wir damit gefahren. Dann sind wir des Nachts um 2 ½ Uhr angekommen. Es kam eine Rote Kreuz Schwester uns vom Bahnhof abholen. Diese führte uns in einen großen Saal. Wo Stroh auf dem Boden lag, worauf wir schlafen sollten. Dann kam ein Arzt, der nach Brandwunden fragte. Da hat er mir etwas aufs Gesicht und Bein getan. Dieses hat dann auch geheilt. Dort sind wir 8 Tage geblieben.

Von da aus sind wir wieder 8 Tage zu meinem Onkel nach Köln gefahren. Aber ich hatte immer solche Angst, wenn die Flieger kamen, dass meine Mutter sich erbarmt hat und ist mit uns fort gefahren. Wir sind freitags abends um 9 Uhr vom Ehrenfelder Bahnhof abgefahren, dann waren wir die andere Nacht um 3 Uhr an Ort und Stelle. Wir hörten, dass wir in Niederschlesien gelandet waren. Wir sind dann alle verteilt worden. Ich bin bei einer Familie auf die Post gekommen. Es war da nicht so schön wie in meiner Heimat. Erstens: es war da so einsam, und zweitens: es gab da ganz andere Kost wie hier. Die Leute waren da nur Pellkartoffeln gewöhnt. Da gab es in der Woche zweimal und oft dreimal Pellkartoffeln mit Quark.

Wir sind dann 8 Wochen dageblieben. Denn ein echter Kölner hält es da nicht aus. Denn wenn Köln auch nur ein Trümmerhaufen ist, gefällt es mir besser als in Schlesien. Als wir in Köln angelangt waren, sahen wir, dass sich noch nichts geändert hat. Hoffentlich wird Köln wieder so schön, wie es früher war.

Margarete F. (geb. 1928)

Agnes H. (*1929): Die Nacht zum 29. Juni 1943

In der Nacht zum 29. Juni suchten die englischen Terrorflieger die Hansestadt Köln heim. Wir waren schon schlafen gegangen, als die Sirene ertönte. Da zogen wir uns an und gingen in den Öffentlichen Luftschutzkeller in der Agrippastraße. Sonst gingen wir immer bei uns in einen Keller, aber es hatte schon einmal bei uns gebrannt, da war der Keller voll Dreck und Wasser, da mussten wir in den Öffentlichen Luftschutzkeller gehen.

Als wir dahingingen, dachten wir, es würde nicht viel geben, wir waren aber kaum im Keller, da fielen auch schon die ersten Bomben. Im Keller gab es ein großes Durcheinander, das Licht war ausgegangen und einer lief den andern um. Die Leute machten Kerzen an, diese mussten sie aber wieder ausmachen, weil Phosphor im Keller war. Nachher konnten wir es oben nicht mehr aushalten, da sind wir unten in den Keller gegangen, da wollten sie uns nicht hereinlassen, die Leute sagten, es käme immer noch mehr Rauch in den Raum, wenn noch mehr Menschen hereinkämen. Da mussten die Männer mit Gewalt die Tür aufdrücken, dass wir hereinkämen.

Als wir drinnen waren, konnte ich nicht mehr stehen, da haben sie mich gegen die Türe gestellt. Meine Mutter war schon ganz blau, da haben sie ihr Kognak gegeben, da ist sie wieder zu sich gekommen. In der Zwischenzeit sind von oben auch wieder Leute gekommen, die wollten auch unten in den Raum, sie konnten aber nicht herein, weil ich vor der Türe stand, da haben mich die Leute in die Mitte gestellt, ich konnte aber nicht mehr stehen, da bin ich hingefallen und ohnmächtig geworden.

Des Morgens haben sie mir etwas ins Gesicht geschüttet, da bin ich wieder zu mir gekommen. Wir mussten noch etwas warten, da kam ein Mann, der sagte, wir sollten uns zu fünf und fünf aufstellen, dann kämen wir heraus. Als wir an der Reihe waren, nahmen wir unsere Sachen und gingen herauf, da mussten wir noch etwas warten, bis die Leute, die vor uns waren, durch die Mauer geklettert waren, da mussten wir durch die Mauer klettern und dann durch ein brennendes Haus über die Sterngasse, da lagen schon Tote und Bewusstlose. Dann sind wir weiter am Krankenhaus vorbei, über die Trümmer und dann zum Neumarkt. Da mussten wir warten, dann sind wir nachher zur Opernhausgaststätte gegangen. Da haben wir eine Tasse Kaffee getrunken. Als ich den Kaffee getrunken hatte, habe ich mich auf dem Tisch schlafen gelegt.

Um 5 Uhr sind wir zum Klausner-Essen gegangen, von da aus sind wir zur Lütticherstr. schlafen gegangen und haben da Kaffee getrunken. Nachher sind wir zur Lütticherstr. gegangen und haben da unsere Koffer abgeholt. Mittags sind wir zu meiner Tante gegangen, da konnten wir auch schlafen. Nach drei Wochen, als wir zu meiner Tante nach Riehl gefahren waren, kam ein Mann zu meiner Tante und sagte, er hätte zwei Zimmer frei, da sind wir sofort zum Wohnungsamt gegangen und haben uns eine Bescheinigung geholt. Wir waren froh, dass wir die Wohnung bekamen. Mein Vater ist sofort für die Möbelscheine gegangen und hat sie auch bekommen. Es ist nur traurig, dass so viele Menschen noch keine Wohnung haben, wo es doch schon anfängt, kalt zu werden. Wir wollen hoffen, dass auch diese Menschen bald wieder ein eigenes Heim bekommen.

Agnes H. (geb. 1929)

Lina S. (*1927): Ein Gang durch die Straßen Kölns nach der Schreckensnacht

Wir schrieben den 29. Juni. Eine schwere Nacht lag hinter uns, und der Tag brachte uns nun die grauenhafte Wirklichkeit.

Der erste Gang war zu sämtlichen Verwandten, um nachzuschauen, ob es etwas zu helfen gab. Auf vielen Umwegen kam ich mit meiner Freundin zum Kaiser-Wilhelm-Ring, von da aus begann unser Streifzug durch die Altstadt. Zuerst ging’s den ganzen Hansa-Ring hinunter, wir stiegen nur über Wasserschläuche und Schutthaufen u. schlängelten uns regelrecht durch S.H.D. Autos und Motorräder. Auf der Straße saßen die (paar) Leute mit ein paar geretteten Möbelstücken u. sahen zu, wie ihr Heim von den Flammen gierig verzehrt wurde. Kinder liefen herrenlos herum und fanden ihre Eltern nicht. Ein kleines Mädchen führte seine Mutter an der Hand, die in der Nacht blind geworden war. An einem großen Schutthaufen sah ich einen Priester mit voller Verzweiflung u. zusammengebissenen Zähnen Stein um Stein abtragen, denn dort hatte eine Sprengbombe seine ganze Familie begraben.

Endlich waren wir am Adolf-Hitler-Platz angelangt. Unsere Augen waren rot, gequollen u. tränten vor lauter Qualm. Dort traf ich noch meine Schulfreundin u. wir machten uns zusammen auf den Weg zur Kolpstraße. Wie ich dahin gekommen bin, weiß ich nicht mehr. Ich sah nur noch Schutt, Wasserschläuche, Feuer, Rauch u. fliehende Menschen, die mit ihrer letzten Habe dem Rhein zuströmten. Durch die kleinen, brennenden Gässchen ging man wie durch einen glühenden Backofen u. aus den Kellerlöchern kam einem der Geruch von brennenden Leichen entgegen. Bis jetzt ging man wie in einem Leichenzug über enge Stege, doch plötzlich staute sich die Menge u. neugierig wie ich war, wollte ich wissen, was es da zu sehen gab. Entsetzt wich zurück, der grauenhafte Anblick von verbrannten Leichen war es, der noch heute vor meinem geistigen Auge steht.

Von dieser Minute an war mein einziger Wunsch, nur hinaus aus diesem Elend, nichts mehr hören u. sehen u. nur Gott danken, dass er uns so gnädig verschont hat. Doch wie hier heraus? An jeder Ecke lauerte der Tod. Da stand eine Häuserwand schief, dort ragte eine Säule klagend zum Himmel, die jeden Augenblick umfallen konnte. Wo eben noch Menschen ruhig hergegangen sind, hatten nun die Soldaten einen Blindgänger entdeckt. Plötzlich war ich am Dom, der auch ordentlich mitgenommen war und am Hauptbahnhof, der ganz unbrauchbar aussah. Ich wollte hinaus aus diesen Trümmern, hinaus aus dieser Not u. diesem Elend, wo man doch nicht mehr helfen konnte, doch man kam nur vom Schrecklichen ins Grauenhafte, u. es ist nichts schlimmer, als dastehen u. nicht helfen zu können.

Wie ich nun schließlich doch herausgekommen bin, bleibt mir heute noch ein Rätsel. Ich weiß nur, dass ich stundenlang durch Köln gegangen bin u. kein ganzes Haus gesehen habe. Als ich zu Hause ankam, war es mir, als wäre ich vom Weltuntergang gerettet worden u. ins Paradies gekommen. Ich war seelisch ganz geknickt und mit mir war tagelang nichts anzufangen. Nie würde ich noch einmal nach solch einem Angriff aus bloßer Neugierde mir dieses Elend ansehen.

Lina S. (geb. 1927)

Hilde K. (*1926): Als ich Köln wiedersah

„Britischer Terrorangriff auf Köln“, dieser Satz soeben im Radio verkündet, lässt mich nicht mehr los. Quälende Ungewissheit über das Schicksal der Meinigen rauben mir die Ruhe. Ich muss hinfahren, muss wissen, was geschehen ist. Kaum habe ich ausgedacht, sitze ich auch schon im Zuge, bangen Herzens mit einer leisen Hoffnung, das Schicksal wird uns verschont haben.

Nun irre ich schon eine halbe Stunde in der Stadt herum. Man stolpert, steigt und klettert über rauchende Trümmerhaufen. Wo man nur hinsieht, ist überall ein wüstes Trümmerfeld. Ist dies die Stadt, in der ich meine Kindheit und Jugendzeit verlebte? Und sind dies die Straßen und Gassen der schönen, mächtigen Hansestadt? Nein, so schnell kann man sich nicht umstellten. Wie ein Traum ist es, ein grauenhafter Alp, von dem man bald befreit sein muss. Ich bin in eine Gasse hineingeraten. Hier bergen sie gerade einige von den vielen Unglücklichen, die dem Feuermeer nicht mehr entfliehen konnten und ihr höchstes Gut lassen mussten. Entsetzt wende ich mich ab und haste weiter.

Überall sieht man Männer, Frauen, Kinder, ja Greise, die mit rauchgeschwärzten Gesichtern versuchen, den Flammen wenigstens einen kleinen Teil ihrer Beute abzuringen. Nach langen Umwegen stehe ich vor unserem Haus, nein, vor einem Schuttberg. Also tragen auch meine Eltern das gleiche harte Los wie tausende andere Kölner Familien. Sie sind obdachlos und arm geworden in einer Nacht, nein, in einer einzigen grauenvollen Stunde. Auf einem Mauerrest haben sie ihre Adresse geschrieben. Mir stürzen die Tränen immer schneller aus den Augen, bis ich gefasster werde und erkenne, dass es die Hauptsache ist, dass sie ja alle gesund sind. Unwillkürlich vergisst man sein eigenes Leid angesichts derer, die noch härter vom Schicksal erfasst wurden. Die meisten sind still ergeben, tapfer, mit zusammengebissenen Zähnen tragen sie ihr schweres Los. Helfende Hände strecken sich jedem entgegen, und ich sehe viele, die sich in rastlosem Einsatz für fremdes Eigentum und fremde Menschen freudig opfern, ein Bild der Gemeinschaft.

Mögen sie unsere Habe, unser Heim rauben, den Glauben an Gott und das Leben und unsere Zuversicht nimmt uns niemand.

Hilde K. (geb. 1926)

Trudi S. (*1927): Meine schlimmste Nacht

Wer von uns Menschen könnte jemals die Nacht vergessen, die ihn all seiner Habseligkeiten beraubte, die ihn plötzlich in seiner Heimat heimatlos machte und völlig ratlos in das Dasein des Alltags stellte? Nur wer eine solche Nacht erleben musste, weiß um die Not und seelischen Überwindungen der Betroffenen. Doch ein größeres Opfer stellt dies alles in den Schatten. Ist es nicht weitaus schmerzlicher, einen lieben Angehörigen bei einem Luftangriff zu verlieren? So wollen wir, die wir nur irdische Güter hingaben, unser Los den andern gegenüber kaum erwähnen.

Mit Schaudern muss ich heute noch allzu oft an die Nacht vom 8. zum 9. Juli denken. Fünf Monate hindurch verbrachten wir nun schon Nacht für Nacht sechs Stunden in einem unserer Wohnung nahe gelegenen Bunker. Nach dem vollbrachten Werk dieser Luftgangster wagten wir uns zögernd und mit Ungewissheit nach Hause, das seit ungefähr einer Stunde überhaupt nicht mehr existierte. An vielen brennenden Häusern gingen wir vorbei und bemitleideten die armen Leute, die mit bewundernswertem Mut ihre verbliebenen Werte zu retten suchten. - Das Schlimmste erwartend, doch nicht hoffend, bogen wir in unsere Straße ein und - erblickten nur gaffende Trümmer. Für einen Augenblick entschwanden mir alle Kräfte, ich soll sogar laut geschrieen haben. Unser schönes Heim mit all seinen Vertraulichkeiten war für immer dahin. Eine Luftmine hatte drei Häuser vollkommen zerstört. Mit plötzlich aufgepeitschten Nerven haben wir, über Trümmerberge kletternd, noch verstaute Kleinigkeiten aus dem Keller gerettet. Die letzten Ruinen sind dann einige Minuten später verbrannt.

Wir erlebten diese Nacht und die darauf folgenden Tage wie in einem endlosen Traum. Wir fühlten uns die ersten Wochen immer noch zu den Trümmern hingezogen. Wir ließen es uns nicht nehmen, stundenlang auf unserem Gepäck zu sitzen und in die Luft zu starren, wo einstmals unsere Wohnung, unser Zuhause war. - Hier konnte nur ein Trost gelten, wir lebten noch!!! Und das haben wir Gott nicht nur einmal gedankt!

Trudi S. (geb. 1927)

Adele P.: Eine schreckliche Nacht

In der Nacht vom 8. zum 9. Juli haben wir nun auch alles verloren. Was einem lieb u. teuer war, sieht man nun in Schutt u. Asche verwandelt. Das Schlimmste ist, man muss alles brennen lassen. Der Mensch ist in diesem Falle machtlos. Aber wir sind es nicht allein. Fast keiner hat mehr was. Auch unsere Familie hat mal wieder Pech gehabt. Niemand ist mehr da, zu dem man hätte gehen können. Müssen wir wirklich fort aus unserer Heimat, unserem Kölle? Es bleibt uns nichts anderes übrig. Es muss sein. Doch „muss“ ist ein hartes Wort.

Nach ein paar trostlosen Tagen ist es soweit. Ich bin nun doch froh, dieser Hölle auf ein paar Wochen den Rücken drehen zu dürfen, denn eine Hölle war es wirklich geworden. Ich mööch zo fooss no Kölle jon. Tirol: St. Johann, Kufstein, Wörgel. Immer weiter geht es von der Heimat fort. Aber alles hat ein Ende. Auch diese lange Fahrt. So sind wir endlich an unserem Ziel. Ich denke nur noch eins: Schlafen! Und ich schlafe mich einmal gründlich aus. Eine wunderbare Nacht ohne Störung, ohne Alarm u. ohne Bomben. Ja, so was gibt es auch noch. Die Berge und Wände bedrücken uns erst, aber bald haben wir uns eingelebt. Jeden Tag gibt es etwas Neues.

Doch auf einmal kommt das Heimweh. Drei lange Monate waren wir nicht zu Haus. Eine lange Zeit für den heimatliebenden Kölner. Auf einmal ist der Entschluss gefasst: Es geht nach Haus. Und wirklich. Nicht mehr lange, sitzen wir wieder im Zug, wie damals. Nur geht es jetzt der Heimat zu. Endlich, endlich sind wir in Köln. Erst wollen wir es nicht glauben. Aber als wir dann vor dem Dom stehen, da ist es nicht mehr so. Vater hat uns abgeholt. Er hat gut gesorgt. Es ist zwar nicht viel was er hat, aber wir sind zu Haus. Dieses Gefühl setzt uns über alle Bedenken, die kommen wollen. Und als wir nun gar noch ein Brötchen mit Schwarzbrot essen, da sehen wir es wieder: Kölle bliev Kölle!

Adele P.

[Nachtrag:]

Im Frühjahr 1944 erschien der Vater der Adele P. u. entschuldigt sein Kind wegen Schulversäumnises:

Nervenzusammenbruch - bei einem erneuten Angriff waren ihre Mutter und ihr Schwesterchen gestorben.

Cappellen - 16.8.1944

Baum wird geladen...