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Ereignisse
1938
April

Halbjahresbericht über Jugendpflegetätigkeit in Bünde

Am 20. April 1938 erstattet der Bünder Bürgermeister dem Landrat in Herford folgenden „Halbjahresbericht über Jugendpflegetätigkeit“:

„A. Organisationslage der jugendlichen Bevölkerung – Übersicht über Stand und Betrieb der Jugenderziehung außerhalb der Schule

Die nationalsozialistische Regierung betrachtet es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben, die gesamte deutsche Jugend außer in Elternhaus und Schule in der Hitlerjugend körperlich, geistig und sittlich in Geiste des Nationalsozialismus und zur Volksgemeinschaft zu erziehen. Die HJ, das Jungvolk, der BDM, die Jungmädelgruppe und die Flieger-HJ wetteiferten im Halbjahre Oktober 1937 bis Ende März 1938 diesen Forderungen gerecht zu worden. Auch die nachstehend aufgeführten, dem Reichsbund für Leibesübungen unterstellten Vereine erfüllten in vorbildlicher Weise ihren Aufgabenkreis.

Die Gesamtzahl der Jugendlichen in Alter von 14 bis 21 Jahren beträgt in der Stadt Bünde 1228.

Sie gehören an:

a) der Staatsjugend und zwar:

1.. der HJ                                                         130 Jugendliche
2. dem Jungvolk                                             182 Jugendliche
3. den BDM                                                   160 Jugendliche
4. der Jungmädelgruppe                              251 Jugendliche
5. der Flieger-HJ                                             60 Jugendliche

b) anderen Jugendpflege treibenden Vereinen und zwar:

1. den Bünder Turnverein                               47 Jugendliche
2. dem Turnverein Westfalia                      100 Jugendliche
3. dem Verein für Bewegungsspiele
einschl. Boxsportabteilung                           61 Jugendliche
4. Die Zahl der von der Jugendwaltung
der Deutschen Arbeitsfront betreuten
werktätigen Jugendlichen beträgt             950 Jugendliche

Jugendpflegetätigkeit von Unorganisierten wurde nicht wahrgenommen. Die Betreuung der konfessionellen Jugend beschränkte sich auf rein religiösem Gebiet. Die hier erfassten Jugendlichen ließen sich nicht ermitteln.

Umfang der Jugendpflegetätigkeit in den Gliederungen der Staatsjugend und in den einzelnen Vereinen:

1. In der HJ wurde die Jugend weltanschaulich und wehrsportlich erzogen sowie in der Grundschule der Körperschule. Es fanden regelmäßig wöchentlich ein Heimabend und ein Sportabend statt. Ferner wurden die Jugendfilmstunden einmal monatlich und fast alle Veranstaltungen von NS-Formationen besucht. Die HJ beteiligte sich eifrig an WHW.- und Altmaterial-Sammlungen und leistete hier wertvolle Mitarbeit.

Auf dem Sportfest in Jahre 1937 errang die Gefolgschaft 6/183 Bünde zum 2. Male den Wanderpreis und noch verschiedene wertvolle andere Preise. Der Reichssportkampf der HJ 183 findet für die HJ am 21. und 22. Mai 1938 statt. Auf diesem Sportwettkampf wird jeder Hitlerjunge zu seiner Sportprüfung herangezogen.

2. Deutsches Jungvolk

Die Jungen wurden jeden Mittwoch zu einem 1½-stündigen Heimabend und sonnabends zu einem zweistündigen Sport- bezw. Geländedienst zusammengefasst. An besonderen Ereignissen sind zu erwähnen die WHW-Sammlung am 22.12.1937 und der Elternabend am 12.3.1938. Zu beiden Veranstaltungen wurde der gesamte Standort des Jungvolks eingesetzt. Zur körperlichen Weiterbildung der Jungen fand wöchentlich am Freitag ein einstündiger freiwilliger Sportdienst statt, an dem 40 Jungen regelmäßig teilnahmen.

Für das nächste Halbjahr sind an besonderen Veranstaltungen vorgesehen:

a. ein Führerschulungslager im Landheim des Fähnleins,
b. eine Fahrt der Eltern der Jungen zum Landheim,
c. die Durchführung eines Zeltlagers für alle Jungen des Standortes,
d. ein Sportfest.

3. BDM

Die Mädel bilden zu 20 Mädeln eine Mädelschaft und, kommen, jede Woche einmal zu einem Turnabend und einmal zu einem Heimabend zusammen. Ebenfalls werden von den Mädeln die Kulturabende der NS.-Kulturgemeinde und die Jugendfilmstunden der HJ besucht. Vom 19. bis 20.2. und 5. bis 6.3. fanden in Bünde Kurzschulungen für Mädelführerinnen statt, an denen alle Führerinnen teilnahmen. Ferner wurden fast alle Veranstaltungen der NS-Formationen vom BDM besucht.

4. Jungmädelgruppe

Die Jungmädelgruppe ist in 4 Scharen und 14 Schaften aufgeteilt. Jede Schaft führt einen Heimnachmittag und einen Turnnachmittag in der Woche durch. Die Heimnachmittage gliedern sich in Schulungs-, Musik-, Volkstanz- und Bastelnachmittage. Die Führerinnen werden hierzu einmal im Monat (Sonnabend und Sonntag) geschult. Material hierzu wird laufend vom Jungmädeluntergau geliefert.

Um Ostern einen tüchtigen Führerinnennachwuchs zu haben, wurden vom J.M.-Ring aus die Jungmädel zusammengefasst, die sich zu Führerinnen eignen.

Die Sportnachmittage wurden im letzten Winter besonders ausgebaut. Es waren vier Sportwartinnen tätig. Außerdem war der weibliche Arbeitsdienst Spradow einige Ausbildungskräfte zur Verfügung. Jungmädel, die sich beim Turnen besonders auszeichneten, wurden in einer Leistungsgruppe zusammengefasst.

Am 28. u. 29. Mai 1938 wird der Sporttag der Mädel- und Jungmädelgruppen sein, der in diesem Jahre im Rahmen des Reichssportwettkampfes der Hitlerjugend als ein Gruppenfest und nicht als ein Untergaufest durchgeführt werden soll.

Für das W.H.W. setzten sich die Jungmädel durch Bastelarbeiten ein. Darüber hinaus galt auch für sie die Parole: ‚Kampf dem Verderb!‘ Es ist erstaunlich, wie viel von den Mädeln zusammengeschleppt wurde.

5. Flieger-HJ

Im Vordergrund der Aufgaben der Flieger-HJ steht die vormilitärische Ausbildung. In fliegerischer und technischer Hinsicht wird die Flieger-HJ vom NSFK betreut. Im letzten Halbjahr haben sich 4 Mitglieder für die Luftwaffe gemeldet und sind dort eingestellt worden. 5 Mitglieder sind auf Grund freiwilliger Meldung beim Reichsarbeitsdienst eingestellt worden und wollen anschließend bei der Luftwaffe ihrer Wehrpflicht genügen.

Der Flieger-HJ stehen zur Verfügung:

eine vorbildlich eingerichtete Modellbauwerkstatt,
eine Werkstatt für Segelflugzeugbau,
ein Heimraum (außerhalb den HJ-Heims).

Die fliegerische Ausbildung erfolgt in dreiwöchigen Kursen der NSFK-Gruppe 10 (Sitz Dortmund) Ferner wird fliegerisch geschult in der Wochenendschule in Oerlinghausen und demnächst in Holzhausen bei Lübbecke.

Es stehen der hiesigen Flieger-HJ 2 flugklare Segelflugzeuge zur Verfügung. 2 Segelflugzeuge sind im Rohbau fertiggestellt. An diesen Maschinen wird noch gebaut.

In der Modellbau-Arbeitsgemeinschaft sind in letzten Halbjahr gebaut worden:

8 Anfängerflugmodelle,
7 Hochleistungsmodelle,
1 Drachen zum Starten,
2 Eigenkonstruktionen.

Außerdem wird. jetzt mit dem Bau von Motormodellen begonnen. Ferner wurde im Herbst und Winter 1937/38 das Fluggelände bei Holzhausen, Kreis Lübbecke, gemeinsam mit der Dienststelle Lübbecke hergestellt.

Der Transport der Flieger-HJ zu den Übungsplätzen erfolgt mit dem Mannschaftswagen des NSFK.

Am 26.3.1938 fand ein Wertungsfliegen für Hochleistungsmodelle statt. Im nächsten Halbjahr wird in der Flieger-HJ in bisheriger Weise weiter gearbeitet. Im Mai ds. Jrs. findet in Borkenberge ein Reichswettbewerb für Flugmodelle statt. Dazu entsendet die Flieger-HJ Bünde 4 Hochleistungsmodelle.“

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