Aufruf des Düsseldorfer Gauleiters
Die „Rheinische Landeszeitung“ berichtet:
„Die vordringliche Aufgabe. Aufruf des Gauleiters an die Bevölkerung des Gaues Düsseldorf.
Die Kriegslage fordert von unserem Gau die höchste Bewährungsprobe. Im Vorfeld unserer Grenzen leisten unsere Soldaten mit fanatischem Kampfeswillen einem allein nur durch sein Material überlegenen Feind verbissenen Widerstand. Sie wissen dicht hinter sich die Heimat, die sie bis zum Äußersten zu verteidigen entschlossen sind, sie rechnen aber auch damit, dass diese Heimat nicht minder fanatisch in ihrem Kampfgeist und Widerstandswillen ist wie die Front. Wir werden sie nicht enttäuschen. Unsere Aufgabe ist bekannt. Es gilt vordringlich, der Front ein Verteidigungssystem zu schaffen, auf das gestützt sie ihre Abwehraufgaben erfüllen kann.
Die Hitler-Jugend ist zur Schanzarbeit im Grenzgebiet aufgeboten, ebenso alle Männer, die bei der Durchführung der dringendsten Kriegsaufgaben entbehrt werden können. Sie alle, Männer und Jungen, sind mit vorbildlicher Disziplin und Einsatzfreudigkeit dem an sie ergangenen Ruf gefolgt und tun an der Grenze ihre Pflicht. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass hinter dem Bau des Schutzwalles alle anderen Aufgaben, die nicht der Rüstung, dem Luftschutz und der Sicherung des notwendigsten Lebensbedarfes der Bevölkerung dienen, zurückzutreten haben. Wir haben dafür jetzt keine Zeit. Der Feind wartet nicht.
Ich erwarte von allen Betriebsführern und Behördenleitern, dass sie ohne jeden Vorbehalt diesen Erfordernissen Rechnung tragen. Ebenso verlasse ich mich darauf, dass die Bevölkerung des Gaues bei ihrer täglichen Arbeit, in dem Verkehr mit Behörden usw., alles zurückstellt, was nicht zur Erfüllung der genannten Aufgaben unbedingt erforderlich ist. Wir werden das später alles nachholen. Der Feind weiß genau, dass im jetzigen Stadium des Krieges Zeit gewinn alles bedeutet. Mit jeder Stunde, die wir ihm abgewinnen, schwinden seine Chancen und steigen unsere Aussichten, seine Materialüberlegenheit zu überwinden und damit den Sieg zu gewinnen. Wir wollen seinem verstärkten Luftterror unsere oft bewiesene Härte und Disziplin, seinem Nervenkrieg und Gewäsch verantwortungsloser Schwätzer und Gerüchtemacher unsere entschlossene Haltung, unsere Ausdauer und unseren fanatischen Widerstandswillen entgegensetzen.
Wir wollen gehorsam dem Führer, tapfer und treu die Not dieser Zeit durchstehen und unsere Schuldigkeit tun. Die Front verlässt sich auf uns, wie wir uns auch auf sie verlassen. Wir werden ihr Vertrauen rechtfertigen. Heil Hitler Florian, Gauleiter“