Hitlerjugend sammelt
Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:
„Der vergangene Samstag und Goldene Sonntag standen im Zeichen der letzten diesjährigen WHW-Reichsstraßensammlung. Die Hitlerjugend schwang wie in den Vorjahren die Sammelbüchsen und vertrieb die schönen Holzfiguren, die die 12 Monate versinnbildlichten. Riesengroß war in der Itterstadt die Schar der jungen Sammler und Sammlerinnen, die das frostige Wetter nicht achteten und besonders am Samstagnachmittag in den stark belebten Straßen Spenden für das WHW sammelten. Bald sah man keinen Volksgenossen ohne Abzeichen am Mantelaufschlag. Mit seltenem Eifer sammelten die Hitlerjungen, Pimpfe, BdM-Mädel und Jungmädel weiter. Sie erhielten noch manchen Groschen auch von denen, die bereits ein Abzeichen trugen. Die ‚Ich-hab-schon‘-Sager kamen bei ihnen nicht an.
Um 16 Uhr sammelten auch die Führer und Führerinnen der Bannführung Niederberg in Hilden. Ihr Vorbild eiferte die gesamte HJ zu verstärktem Einsatz im Dienste des WHW an. Der BdM unterstützte die Sammler und Sammlerinnen mit Gesangdarbietungen und Reigenvorführungen auf dem Markt. Pimpfe zogen durch die Straßen und riefen in Sprechchören zum Spenden auf.
Das Jungvolk hatte sich auch eine besondere Attraktion ausgedacht, nämlich einen Besuch des Negus. Von der Gabelung aus hielt, mit großem Gefolge auf einem Esel reitend, er seinen Einzug in der Itterstadt. Unter Trommelklang bewegte sich der Zug durch die belebte Mittelstraße. Überall wo er erschien, nahm das Lachen kein Ende. Ganz besonders als die ausgediente Majestät vor dem Rathaus durch einen jugendlichen ‚Bürgermeister‘, der als Amtskette eine Weihnachtsbaum-Kugelschnur trug, in voller Würde und Feierlichkeit begrüßt wurde. Eine große Schar junger und alter Volksgenossen wohnte diesem ‚Festakt‘ bei. Anschließend rappelten der Negus und sein Gefolge sowie das junge ‚Stadtoberhaupt‘ mit den Sammelbüchsen, einen Extragroschen als Dank für diesen seltsamen Aufzug heischend. Und er wurde gern gegeben. Die Hitlerjugend tat alles, um ihrer Sammlung einen besonders großen Erfolg zu sichern. Er blieb auch nicht aus. Das vorläufige Ergebnis beträgt rund 1.400 Mark (im Vorjahr 1.002 Mark).“