Hitlerjungen werden Parteigenossen
Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:
„38 Hitlerjungen des Jahrgangs 1920, die ihr 18. Lebensjahr vollendet habe, werden Parteigenossen und treten in die Formationen ein, um nun diesen Dienst zu tun. Dieser Übertritt in die Partei ist ein besonders wichtiges Ereignis in ihrem Leben, ein neuer Lebensabschnitt beginnt für sie. Sie sind jetzt politische Soldaten des Führers. Richtig stolz sind sie darauf, dass sie in seiner Bewegung tätig sein und als Parteigenossen ihre Pflicht tun dürfen.
Der Bedeutung dieses Schrittes - der Eintritt junger deutscher Männer in die Partei - wurde die Feierstunde gerecht, die gestern Abend vor der Helmholtz-Oberschule stattfand. Von den Masten wehte die Hakenkreuzflagge und das Banner der HJ. Ein großes Fahnentuch hing unter dem Portal, auf dessen Balkon der neue Fanfarenzug des Jungvolkes sich versammelte. Unten auf dem Vorplatz nahmen die Zellen- und Ortsamtsleiter, HJ, SA, SS, NSKK im Viereck Aufstellung. Hitlerjungen mit brennenden Fackeln standen davor. In der Mitte in Reih‘ und Glied die 38 achtzehnjährigen Hitlerjungen. Auf der Treppe standen hinter dem Ortsgruppenleiter, dem Standortbeauftragten der HJ und dem Standortältesten der Formation die Bannerträger der Ortsgruppe, der SA und der HJ mit ihren Fahnen. Zwei Scheinwerfer strahlten den Schuleingang an. Fanfarenklänge erschallen, die Feier ist eröffnet. HJ singt das Lied ‚Lasset im Winde die Fahnen weh’n‘. Ein Sprecher spricht Worte des Führers über den Werdegang der Jungen im nationalsozialistischen Deutschland.
Standortbeauftragter Heerdt verabschiedet die 38 jungen Parteigenossen aus der HJ in einer kurzen, aber markigen Ansprache. Ihre Ausbildung sei, so betonte er, noch nicht abgeschlossen, der weitere Weg sei ihnen aber vom Führer klar vorgezeichnet worden. Er ermahnte sie, sich ihn und seine Mitkämpfer zum Vorbild zu nehmen. Nun beginne erst der Kampf für sie. ‚Ihr wisst, was der Führer von Euch erwartet. Ihr seid die Männer, die Partei von morgen. Das Vertrauen, das der Führer in Euch setzt, dürft Ihr nie enttäuschen. Packt an, erweist Euch als Kämpfer und fügt Stein auf Stein zu dem großen Bau, der da heißt: das ewige Deutschland!‘ Das Lied ‚Ein junges Volk steht auf‘ leitete die Gedanken des Standortbeauftragten weiter, und dann meldete er dem Ortsgruppenleiter Pg. H. Thiele, 38 Hitlerjungen, die in die Partei eintreten.
Dieser richtete an sie folgende Worte: In jedem Jahre treten wir zu einer kurzen Feierstunde zusammen, um die Jugend aus der HJ in die Partei zu übernehmen. Dieser Tag bedeutet für Euch Jungens einen neuen Lebensabschnitt. In der HJ, nur unter Euch als Jugend, habt Ihr im kameradschaftlichen Geiste Euch betätigt. Ihr seid durch Eure Führer geschult und vorbereitet worden für größere Aufgaben. Nun ist der Tag gekommen, wo Ihr als Parteigenossen in die Ortsgruppe eintretet. Als Parteigenosse wird der eine Politische Leiter, der andere SA-,SS-, oder NSKK-Mann. Jeder einzelne übernimmt eine größere Verantwortung. Dass Ihr die Euch als Nationalsozialisten gestellten Aufgaben lösen werdet, glaube ich; denn in und durch den HJ-Dienst habt Ihr Euch als Bannerträger unseres Führers bewährt. So erwarte ich auch von Euch in Zukunft vollen Einsatz für den Führer und für Großdeutschland und begrüße Euch als meine Mitarbeiter und -kämpfer für das großdeutsche Reich Adolf Hitlers. Die neuen jungen Parteigenossen marschieren darauf in eine Lücke zwischen der SA, SS, des NSKK und der Politischen Leiter zum Zeichen, dass sie von nun an in ihren Reihen stehen. SA-Sturmführer Spiecker als Standortältester der Formationen übernahm die jüngsten Mitkämpfer in diese, in denen sie von nun an Dienst tun werden. Er forderte sie auf, dies in Disziplin, Kameradschaft und getreuester Pflichterfüllung zu tun und begrüßte sie als Kameraden und Mitkämpfer.
Mit dem Appell an alle Versammelten, dem Führer treue Gefolgschaft zu leisten, beschloss der Ortsgruppenleiter die kurze und schlichte, aber würdige Feierstunde mit der Führerehrung und die Lieder der Deutschen erklangen. Unter Fanfarenklängen marschierte die Fahnengruppe in das Schulgebäude. Der Feier wohnten auch Bannführer Klosek und der frühere niederbergische Bannführer Leggewie, der zur Zeit auf Urlaub weilt, bei.“