Führerwechsel im Hildener Jungvolk
Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:
„Abschiedsfeier für Jungstammführer Richard Odendahl.
Pimpfe, Hitlerjungen, BDM-Mädel, zahlreiche Eltern, politische Leiter, Führer der Formationen usw. versammelten sich gestern Abend in der Aula der Helmholtz-Oberschule zu einer kurzen, aber würdigen Feierstunde, um dem bisherigen Führer des Hildener Jungvolks, Jungstammführer Richard Odendahl, der am 2. November in den Reichsarbeitsdienst eintritt, zu verabschieden. Jungstammführer Odendahl hat das Jungvolk in Hilden aus seinen ersten Anfängen bis zum heutigen stattlichen Jugendstamm aufgebaut und sich seiner Aufgabe als echter Nationalsozialist mit seinen ganzen Kräften gewidmet.
Die feierliche Verabschiedung war eine Anerkennung seiner erfolgreichen Arbeit, zugleich stellte diese Veranstaltung die Bedeutung der HJ heraus. Der neuerstandene Fanfarenzug des Hildener Jungvolks nahm in der mit den Fahnen der HJ und mit Hakenkreuzbannern schlicht geschmückten Aula Aufstellung. Fanfaren- und Trommelklänge begleiteten den Einmarsch der 4 Hildener Jungvolk-Fahnen. Jungzugführer Radermacher wies in seinen Eröffnungsworten auf das große Interesse hin, das einem solchen Führerwechsel entgegengebracht werde. Diese Veranstaltung zeige auch die Stellung der gesamten Hitlerjugend im nationalsozialistischen Staate. Jungstammführer Odendahl hätte, so fuhr er fort, das Jungvolk geführt, als die HJ sich noch habe durchsetzen müssen. Er könne in dem freudigen Bewusstsein zum Reichsarbeitsdienst gehen, dass seine Arbeit Erfolg gehabt habe.
Jungstammführer Odendahl erklärte, bei seinem Abschied erfülle ihn Freude darüber, dass bei dieser Gelegenheit der neuerstandene Fanfarenzug zum ersten Mal sich zeige, zum anderen, dass kurz vor der Feierstunde das gesamte Hildener Jungvolk trotz der späten Stunde vollzählig angetreten sei. Als er, so führte Pg. Odendahl weiter aus, nach dreijähriger Tätigkeit als Fähnleinführer 1936 mit der Führung des Jungstammes Itter beauftragt worden sei, habe er eine schwere Aufgabe übernommen, aber seine Kameraden hätten sie ihm stets leicht gemacht. Er sagte dann Dank für seine Unterstützung durch Partei und Stadtverwaltung, HJ- und BDM-Führung sowie die Parteigenossen Aus der Fünten und Spindler, die stets das Jungvolk gefördert und unterstützt hätten. So bei den Zeltlagern, Winterlagern bei der Aufstellung des Fanfarenzuges bei der Einrichtung der Dienststelle. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte Jungstammführer Odendahl Pg. Aus der Fünten ein Bild. (Pg. Spindler war leider am Erscheinen verhindert.) Zum Schluss betonte er, dass er nach Rückkehr vom Arbeits- und Wehrdienst wieder zum Jungvolk oder zur HJ zurückfinden werde.
Im Auftrage des verhinderten Jungbannführers richtete Jungstammführer Willi Landgrebe aus Mettmann an den scheidenden Hildener Jungvolkführer einige Worte. Er überbrachte ihm zunächst den Dank des Jungbannführers für seine Tätigkeit. Wir in der HJ- und Jungvolkführung arbeiteten, so betonte der Vertreter des Jungbannführers, nicht um des Dankes willen, sondern für unser deutsches Vaterland, für unser ewiges Deutschland, aber Odendahl verdiene Dank und Anerkennung für seine Arbeit, für die er seine ganze Kraft eingesetzt habe. Er hätte auch einen Erfolg gesehen. Das sei der schönste Dank und mache ihm sicherlich den Abschied von seiner ihm lieb gewordenen Arbeit leichter. Auch er sei mit seinen Jungen verwachsen, wie alle in der HJ-Führung, so dass es einem schwer werde, wenn er scheiden müsse aus der Gemeinschaft der Jugend. So gehe es auch den Pimpfen, wenn sie zur HJ übergingen, und den Hitlerjungen, wenn sie zum Arbeits- und Wehrdienst gehen müssten. Dann verabschiedete der Beauftragte des Jungbannes Odendahl durch Handschlag und teilte mit, dass sein Nachfolger, Fähnleinführer Heitmann, erkrankt sei, so dass seine Einführung erst später erfolgen könne.
Der HJ-Standort-Beauftragte Pg. Heerdt, sprach Jungstammführer Odendahl Anerkennung und Dank für seine treue Mitarbeit und seine erfolgreiche und verantwortungsbewusste Tätigkeit als Hildener Jungvolkführer aus. Im Auftrage des verhinderten Ortsgruppenleiters richtete Ortsamtsleiter Pg. Muntenbruch einige Abschiedsworte an Jungstammführer Odendahl und stellte fest, dass er das Hildener Jungvolk von Grund auf mit Erfolg aufgebaut hätte und stets zur Ortsgruppe und zu den Eltern der Pimpfe ein gutes Verhältnis unterhalten hätte. Dafür danke ihm die Ortsgruppe, die wünsche, dass er später wieder in den Dienst an der Jugend des Führers eintrete. Jungzugführer Radermacher schloss alsdann mit dem Treuegruß an den Führer die Feierstunde. - Den herzlichen Wünschen der Redner an Pg. Odendahl für seine weitere Zukunft schließen auch wir uns an.“