Sonnenwendfeier in Hilden
Bemerkenswerter Weise finden in Hilden zwei Sonnenwendfeiern statt. Einmal eine Art Hauptkundgebung und eine gemeinsame Feier von HJ und SS. Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:
„Gestern Abend fand sich wie im ganzen Reich auch bei uns die Ortsgruppe mit den Formationen und Gliederungen sowie mit der Bevölkerung zusammen, um das Fest zu feiern, das ehemals unsere Vorfahren zur weihevollen Stunde zusammenführte und das heute in der nationalsozialistischen Weltanschauung seine Wiedererweckung gefunden hat. In großer Zahl versammelten sich die politischen Leiter, die übrigen Parteigenossen und der hiesige SA-Sturm auf dem Marktplatz und formten sich zu einem Zuge, dem sich auch die an der Helmholtz-Schule angetretenen Pimpfe und Jungmädel anschlossen. Mit klingen dem Spiel des Werkschar-Spielmannszuges der Firma Kampf & Spindler ging es durch die obere Stadt und die Hochdahler Straße zum alten Sportplatz an der Hagdornstraße, wo bereits viele Volksgenossen den Zug erwarteten. Im Viereck um den Holzstoß stellten sich die Marschteilnehmer und Volksgenossen auf. Inzwischen war die Dämmerung vollends über Stadt und Land hereingebrochen. Pimpfe und Jungmädel ließen ihre Stimmen erschallen und sangen das Lied „Lasset im Winde die Fahnen wehen“ und dann sprach der Jungvolkführer die Worte „Siehe, es leuchtet die Schwelle“. Als er endete, wurden die Fackeln in den Holzstoß hineingeworfen, und sofort loderten die Flammen hoch, den ganzen Platz in eine große Helle tauchend. Die Funken sprangen gen Himmel. Ortsgruppenleiter Pg. H. Thiele wies in der Feuerrede auf den uralten germanischen Brauch der Sonnenwendfeiern hin, die wir nun zum erstenmal im Großdeutschen Reich feierten. Frohe Blicke richteten wir hoffnungsvoll, so fuhr er fort, angesichts des Feuers in die Zukunft, in die uns der Führer den Weg weist. Dann warf er einen Kranz in die Gluten zum ehrenden Gedenken an die, die für Deutschland starben. Ein SA-Mann ruft hierbei: Den Toten der deutschen Revolution, den Toten des großen Krieges, der deutschen Jugend zum großen Einsatz. „Flamme empor“, so schallt dann nach stillen Minuten diese Weise über den Platz. – „Volk will zu Volk, Flamme will zu Flamme, Blut will zu Blut“ ertönte es aus dem Munde eines Jungmädels. Helle Jungen- und Mädchenstimmen erklingen von neuem. „Wo wir stehen, steht die Treue“, singen die Pimpfe und Jungmädel. So kündeten Wort und Lied vom wiedererwachten Willen des deutschen Menschen, der sich der hohen Tradition der Ahnen wieder bewusst ward und gläubig und stark im Reiche des Führers in eine weite Zukunft schreitet. Angesichts der zum Abendhimmel emporschlagenden Flammen erneuerte die versammelte Gemeinschaft ihr Herzensbekenntnis und ihre stetige Einsatzbereitschaft für Führer, Volk und Reich zum Schluss der Feierstunde in dem Gruss an den Führer, ausgebracht vom Hoheitsträger, und in dem Gesang der Nationalhymnen. Das Feuer ward dann langsam kleiner. Kurze Augenblicke stiller Besinnung und letzte Blicke in die vergehenden Flamen, und eine weihevolle Feier am lodernden Feuer der Sommersonnenwende ging zu Ende. Die Formationen marschierten geschlossen ab und zogen singend und mit klingendem Spiel in die Stadt zurück. Langsam leerte sich dann auch der Platz auf dem die letzten Funken des Holzstoßes verglimmten. Zur gleichen Stunde hielten SS und HJ gemeinsam eine Sonnenwendfeier auf dem Sandberg ab.“