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Ereignisse
1938
April

Aufnahme in die HJ

Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:

„„Führer, wir gehören Dir!“ 100 Pimpfe und 120 Jungmädel wurden feierlich in die Hitlerjugend aufgenommen. Gestern trat der Jahrgang 1928 an.

100 Pimpfe und 120 Jungmädel, darunter eine größere Zahl älterer Mädels, die sich vor kurzer Zeit zum Eintritt in die Hitlerjugend gemeldet haben, versammelten sich gestern Nachmittag mit ihren Eltern sowie mit den Kameraden und Kameradinnen in der Aula der Helmholtz-Schule, um feierlich in die Reihen der Staatsjugend aufgenommen zu werden. Würdig war der große Festraum mit der Jungvolk- und HJ-Fahne und mit Hakenkreuzbannern geschmückt. Zwischen Grün stand das Bild des Führers. Daneben stellten sich drei Jungvolk-Fahnenträger auf. Davor saßen die Pimpfe und Jungmädel, die diesen Tag kaum erwarten konnten, um dem Führer Treue zu schwören. Ihre Augen strahlten und leuchteten, und auch die Gesichter der Eltern, die ihre Zehnjährigen dem Führer als Geburtstagsgeschenk zuführten, um in seiner Jugend zu stehen, zeigten Freude und Glück, dass nun auch ihre Kinder zu ihrem Teil am Aufbau Deutschlands und dessen Zukunft mitarbeiten können.

Nach kurzem Grusswort des Stammführers Odendahl an die Vertreter der Partei und Lehrerschaft sowie an die Eltern wurde der Lautsprecher eingeschaltet, aus dem nach einem frischen Lied bald die Stimme des Reichsjugendführers in der Marienburg, von wo alljährlich die Aufnahme des jüngsten Jahrgangs in die HJ erfolgt, erklang. Seine Worte (…) an die Zehnjährigen und die Eltern wurden mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgt. Nach der Rede des Reichsjugendführers hob der Stammführer noch hervor, dass nun wieder die zehnjährigen Jungen und Mädel in die große Gemeinschaft der Hitlerjugend einträten. Er betonte, dass dieser Tag ein Wendepunkt in ihrem Leben sei. Die Eltern hätten dem Führer zum Geburtstag die schönste Gabe dargebracht, nämlich ihre Kinder, die sie der Hitlerjugend anvertrauten. Des Führers Geburtstag mit der Aufnahme der jüngsten HJ-Angehörigen sei zugleich der Geburtstag des sich an diesem Tage immer wieder verjüngenden Deutschlands. An die Zehnjährigen sich wendend, wies der Stammführer sie darauf hin, dass ihre ganze Treue und Bereitschaft nun der Hitlerjugend und dem Führer gehörten.

Ein Pimpf tritt auf und spricht die Worte: ‚Jungvolkjungen sind hart!‘ und ein Jungmädel sagt: ‚Jungmädel wollen wir sein!‘ Dann war der große feierliche Augenblick der Verpflichtung gekommen. Alle Anwesenden erhoben sich. Stammführer Odendahl sprach die Verpflichtungsformel vor und 220 junge Menschen wiederholten sie. Zum ersten Mal sagten sie den Treueschwur, der sie für immer an den Führer bindet. In würdevollem Ernst klangen diese Worte durch den festlichen Raum. Eine neue junge Mannschaft ist in die Reihen des Führers eingetreten. Ihr Leben bedeutet nun auch kämpfen. Zu Kämpfern werden sie in der HJ erzogen werden. Sie tragen nun auch die verpflichtende Uniform bezw. Tracht der Kameradschaft und Gemeinschaft, was sie mit besonderem Stolz erfüllte. Mit glücklich-freudigen Gesichtern empfingen nach der Verpflichtung die neuen Pimpfe und Jungmädel die künstlerisch ausgeführte Aufnahmeurkunde.

Dann richtete der Kreisabschnittswalter des NS-Lehrerbundes, Heveling, einige Worte an sie. Er führte aus, dass sie allen Grund hätten, strahlende Augen zu haben, da sie nun in die junge Gefolgschaft des Führers aufgenommen worden seien. Hierzu überbrachte er ihnen die Grüße und Glückwünsche der Lehrerschaft, die sich mit ihnen freute. Lehrer Heveling ermahnte die Zehnjährigen, stets ihre Pflicht gegenüber Führer und Volk zu tun. Sie seien die Garanten der Zukunft Großdeutschlands und müssten darum so werden, wie es der Führer wünsche.

Nach dem Treuegruß an den Führer, ausgebracht vom Stammführer Odendahl, in den hunderte junger Menschen und ihre Eltern begeistert einstimmten, erklang das Kampflied der Hitlerjugend ‚Vorwärts, vorwärts‘. Inbrünstig sangen die Pimpfe und Jungmädel die Stelle: ‚Führer, wir gehören Dir!‘ Ja, sie gehören ihm nun für ihr ganzes Leben und marschieren in der jungen Mannschaft froh, gläubig und voller Vertrauen in Großdeutschlands glückliche Zukunft.“

Am folgenden Tag wird über den ebenfalls am 20. April vollzogenen Übergang vom Jungvolk in die HJ bzw. von den Jungmädeln in den BDM berichtet: „100 neue Hitlerjungen. Feierliche Aufnahme der Vierzehnjährigen in die HJ. Am Geburtstag des Führers erfolgt jeweils die Übernahme der 14-jährigen Pimpfe und Jungmädel in die HJ-Gefolgschaften bezw. Mädelgruppen. Aus diesem Anlass versammelten sich gestern Abend auf dem Hof der Helmholtz-Schule die drei hiesigen HJ-Gefolgschaften mit den auf zunehmenden Pimpfen, deren Zahl rund 100 beträgt. Ortsgruppenleiter Pg. Thiele richtete nach einem Vorspruch eines Hitlerjungen an jene eine kurze Ansprache, in der er sie auf die Bedeutung dieses Tages hinwies und zu treuer Pflichterfüllung ermahnte. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Es dröhnet der Marsch der Kolonnen“ wurden die Namen der neuen Hitlerjungen, denen eine Urkunde über ihre in die HJ erfolgte Aufnahme überreicht wurde, verlesen. Nach einem weiteren Spruchvortrag und dem Gesang des HJ Liedes „Vorwärts, vorwärts“ sprach Standortbeauftragter Pg. Heerd zu den neuen Hitlerjungen, machte sie auf ihre Pflichten in der HJ aufmerksam und verpflichtete sie dann. Die kurze Feierstunde wurde mit der Erneuerung des Treuegelöbnisses beendet. Auch der BdM veranstaltete gestern Abend eine Aufnahmefeier der vierzehnjährigen Jungmädel.“

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