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Ereignisse
1938
März

Grundsteinlegung zum HJ-Heim Hilden

Das „Rheinische Volksblatt“ berichtet:

„Der vergangene Samstag war für die gesamte Hildener Hitlerjugend ein Festtag, an dem auch die Bevölkerung regen Anteil nahm. Das abgesteckte Baugelände am Hagelkreuz war ringsum mit langen Hakenkreuzfahnen geschmückt. Die Ecke, in der der Grundstein gelegt werden sollte, zierte Grünschmuck. Rechts und links davon standen die HJ-Banner und die Ortsgruppenfahne. Die Hildener Hitlerjugend, voran ihr Spielmannszug und die Feuerwehrkapelle, rückten nach einem strammen Marsch durch die Stadt geschlossen an und nahm im Viereck auf dem Bauplatz Aufstellung. Unter den sehr zahlreichen Anwesenden sah man u.a. die Mitarbeiter der Ortsgruppenleitung, die Zellenleiter, Stadträte, Ratsherren, den SA-Sturm, eine Werkscharabteilung, unter den auswärtigen Ehrengästen Ortsgruppenleiter Kleinsilbeck als Vertreter des Kreisleiters, Landrat Dombois, Bannführer Klosek, den Beauftragten für die Heimbeschaffungsaktion bei der Gebietsführung, Oberbannführer Neupert.

Die Grundsteinlegungsfeier wurde eingeleitet mit dem Totengedenken; ein Hitlerjunge sprach die Worte ‚Wir senken die Fahnen‘, und dumpfe Trommelwirbel hallten über den Platz. Alsdann wurde in feierlicher Weise die HJ-Fahne auf der Baustelle gehisst. Während jene langsam in die Höhe gezogen wurde, erscholl unter Begleitung der Feuerwehrkapelle der gemeinsame Gesang des Liedes der HJ: ‚Vorwärts, vorwärts‘. Nachdem ein Hitlerjunge Worte des Reichsjugendführers zur Heimbeschaffungsaktion verlesen hatte, sprach Bürgermeister Schomburg, der folgendes ausführte: Die Bürgerschaft unserer Stadt will ihrer Jugend an dieser Stelle ein Hitler-Jugend-Heim errichten, in dem hinfort die nachkommenden jungen Generationen sich immer wieder aufs Neue innerlich und äußerlich ausrichten in die gewaltige Kraft der nationalsozialistischen Idee unseres Führers Adolf Hitler.

Die Finanzierung dieses HJ-Heimes ist gesichert durch eine namhafte Beihilfe der Kreisverwaltung, durch beachtliche Sonderspenden Hildener Betriebsführer und nach Beratung und in Übereinstimmung mit den Ratsherren der Stadt durch Sonderentnahmen aus der durch nationalsozialistische Reichsmaßnahmen gestärkten Steuerkraft unserer Bürgerschaft. Alle, die an dieser Finanzierung beteiligt sind und denen ich hiermit nochmals herzlichst danke, wollen durch diese Gemeinschaftstat bezeugen, dass sie, wenn sie meist auch den Jahren nach schon zu den Älteren gehören, doch im Pulsschlag ihres Herzens stets jung und lebensfroh mit der Jugend Adolf Hitlers fühlen und in grenzenloser Begeisterung für Deutschland kämpfen und gestalten wollen und werden.

Der Ausschuss für die HJ-Heim-Beschaffung bei der Reichsjugendführung in Berlin hat am 8. November 1937 den Bauschein erteilt für den Neubau des HJ-Heimes der Stadt Hilden, das nach den Plänen der von der Gebietsführung vorgeschlagenen Architekten Dr. Hentrich und Heuser, Düsseldorf-Oberkassel, errichtet werden soll. Altem schönem Brauchtum folgend, soll der Grundstein für dieses HJ-Heim heute hier in feierlicher Form gelegt werden. Die Urkunde, die in den Grundstein eingemauert wird, hat folgenden Wortlaut:

‚Urkunde zur Grundsteinlegung des Hildener HJ-Heimes. Am 19. März 1938, also im 6. Jahre des von Adolf Hitler aufgebauten und geführten nationalsozialistischen Dritten Deutschen Reiches wurde an dieser Stelle in feierlicher Form der Grundstein für ein eigenes Heim der Hitler-Jugend gelegt. An diesem Tage zählte die Stadt Hilden 21.362 Einwohner; 1.607 Jugendliche waren in der HJ vereinigt. Die gesamte Schuljugend über 10 Jahre gehörte zur HJ. Die aus dem unerschütterlichen Glauben an den Führer geformte Opferbereitschaft der Hildener Bürgerschaft für ihre Jugend hat die Finanzierung dieses Heims der HJ gesichert, das ein Wahrzeichen der kompromisslosen Kameradschaft der neuen Generation und zugleich der Ausdruck ihres Lebensgefühls und Lebensziele sein soll. Heil Hitler! Hilden, den 19. März 1938. Der Bürgermeister der Stadt Hilden: Schomburg. Der Ortsgruppenleiter der NSDAP: Thiele.‘

Der Bürgermeister übergab dann die Metallrolle mit der Urkunde, die der HJ-Angehörige Hans Waegert, Hofstraße 102, in gotischer Kunstschrift geschrieben hatte, dem Vertreter des Kreisleiters, der sie dann, nachdem die kupferne Hülle von dem Hitlerjungen Helmut Janeck, der sie selbst angefertigt hatte, zugelötet worden ist, dem Maurer zum Einmauern übergab. Darauf wurde der Grundstein gelegt. Ortsgruppenleiter Kleinsilbeck sprach den vom verhinderten Kreisleiter Dr. Berns, der in Berlin zur Reichstagssitzung weilte, verfassten Weihespruch: ‚Nur ein nationalsozialistisches Deutschland konnte Groß-Deutschland schaffen. Nur eine einmütige nationalsozialistische Jugend vermag das Gewonnene zu erhalten und zu gestalten. Das Heim sei darum eine Stätte nationalsozialistischer großdeutscher Erziehung.‘ Zum ersten Mal legen wir heute, so fuhr der Redner fort, nach der Errichtung Großdeutschlands durch den Führer im Kreis Niederberg den Grundstein zu einem HJ-Heim. Auch diejenigen, die nicht die Ehre gehabt haben, in der HJ zu stehen, freuten sich darüber mit ihr, dass alle Kräfte sich zusammengefunden hätten, um es der HJ zu ermöglichen, in eigenem Heim zu lernen, um den Kampf mit dem harten Leben aufzunehmen. Ihr vor allem, so wandte sich dann Pg. Kleinsilbeck an die Jugend, müsst wissen, dass leben im nationalsozialistischen Staat kämpfen heißt. Er betonte darauf, dass die nationalsozialistische Jugend nicht wie die Jugend früher trinkfest sei, sondern wetterhart, sie kein Nachtschwärmer sei. Redner erinnerte anschließend an die Worte des Führers auf dem Reichsparteitag, dass die Jugend hart wie Krupp-Stahl sein müsse. Das sei der Geist, der sich in den Grundgedanken der nationalsozialistischen Bewegung ausdrückt. Die nationale Ehre soll in dem HJ-Heim in allen Herzen vertieft werden. Hier soll die Jugend lernen, dass der höchste Geist die Reinheit ist, und die soziale Gerechtigkeit solle in ihren Herzen verankert werden. Pg. Kleinsilbeck hob bei dieser Gelegenheit die Forderung des Nationalsozialismus auf die Totalität der Erziehung der deutschen Jugend hervor. Fortfahrend, wandte er sich an die HJ: ‚Ihr habt Euch zusammengefunden, ohne Unterschied des Standes und der Konfession, wie die Frontsoldaten. Ihr seid Kameraden, Ihr seid das Großdeutschland von morgen! Ihr seid die Garanten einer glücklicheren großdeutschen Zukunft! So möge auch dieses Heim dazu beitragen, die nationalsozialistischen Ideale in Eure Herzen zu vertiefen. Auf dass Ihr Kämpfer seid für den Führer, für den Nationalsozialismus und für Groß-Deutschland, des germanischen Reiches deutscher Nation!‘ Bei diesen letzten Worten tat Pg. Kleinsilbeck als Vertreter des Kreisleiters drei Hammerschläge auf den Grundstein.

Landrat Dombois gab seiner Freude Ausdruck, dass es ihm vergönnt sei, an diesem Werk in Erfüllung eines Auftrages des Führers mitarbeiten zu können. Er versprach der HJ des Kreises Niederberg, nicht zu ruhen und zu rasten, bis die gesamte niederbergische HJ mit Heimen versorgt sei. Er begleitete seine Hammerschläge mit den Worten: Für den Führer und Groß-Deutschland.

Bannführer Klosek führte, sich an die HJ wendend, aus: ‚Lasst mich Dolmetsch sein für das, was wir alle, die wir in der HJ marschieren dürfen, in dieser Stunde hier empfinden. Es ist schwer, dies in Worte zu kleiden. Ihr hier in Hilden werdet bald ein Heim haben. Der Größe dieses Werkes sind wir uns alle bewusst. Der Bürgermeister, der Landrat und der Ortsgruppenleiter haben dafür ihre ganzen Kräfte eingesetzt. Nicht durch Phrasen wollen wir unseren Dank abstatten, sondern dankbar der Gemeinschaft durch die Tat sein, dass wir alle unseren Dienst und unsere Pflicht tun. Hildens HJ wird ihren Dank durch die Tat beweisen; denn sie ist die beste in unserem Kreise. Die Zeit, in der wir diesen Grundstein legen, ist voller Größe. Als ein gutes Omen wollen wir es werten, dass das Heim gerade zu einer Zeit gebaut wird, da das seit 1.000 Jahren ersehnte Großdeutschland geworden ist. In diesem Heim sollen deutsche nationalsozialistische Männer und Frauen erzogen werden. Drei Worte sind die Grundpfeiler für unsere Arbeit und das Fundament Es ist der Glaube, es ist der Wille, es ist der Gehorsam, die uns leiten werden in unserer ferneren Arbeit.‘

Ortsgruppenleiter Pg. H. Thiele sprach bei den Hammerschlägen: ‚Für die deutsche Jugend und damit für Deutschland.‘ Bürgermeister Schomburg: ‚Groß-Deutschland wird sein, solange die deutsche Jugend den Geist Adolf Hitlers in sich trägt.‘ Nach einem Musikstück der Feuerwehrkapelle trug ein HJ-Junge die Verse vor: ‚Die Fundamente sind gebaut. Nicht müde werden.... Wir schaffen, wie ein jeder kann.‘ Der Ortsgruppenleiter schloss die erhebend und würdig verlaufene Grundsteinlegungsfeier mit dem Treuegelöbnis zum Führer und zu Großdeutschland und die Nationalhymnen erschallten über den Bauplatz auf dem nun das erstehen wird.“

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