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Ereignisse
1938
Dezember

Schulen in Köln

In Köln bestehen Ende 1938 insgesamt 132 Volksschulen, die von 68.700 Schülern und Schülerinnen besucht werden. Verteilt auf fast 1500 Klassen beträgt der Klassendurchschnitt 47 Kinder. Zudem gibt es an Sonderschulen 20 Hilfsschulen, eine Schwerhörigenschule, drei Waisenhausschulen, eine Asylschule und eine "Krüppelschule".

Besonders begabte und "charakterlich wertvolle und erbbiologisch gesunde" Kinder werden unentgeltlich in den "gehobenen Volksschulklassen für werktätige Berufe und für das Wirtschaftsleben" weitergebildet. 1937/38 besuchten 745 Jungen und Mädchen die 19 vorhandenen gehobenen Klassen.

1938 wurde die Schule am Bilderstöckchen fertiggestellt und mit den Schulneubauten in Vogelsang und Ostheim begonnen. Beide Schulen wurden bereits angefangen zu benutzen.

Die Schüler-Büchereien werden weiter ausgebaut, dabei besteht nach einheitlich genauen Richtlinien eine verpflichtende Grundliste von 120 Büchern.

In den Waldschulen Königsforst und Nüssenberger Busch werden von Juni bis September jeweils 200 Kinder unterrichtet, verpflegt und körperlich gefördert. Berücksichtigt wurden insbesondere körperlich schwache und anfällige Kinder aus kinderreichen Familien. Für die Durchführung dieser Maßnahme standen 25.000 RM zur Verfügung.

Der gesundheitlichen Förderung aller Schüler dienen die Ganz- und Halbtagswanderungen, die in erhöhtem Maße durchgeführt wurden. Zudem hatten alle Kinder der Oberstufe einmal pro Woche die Gelegenheit zu baden.

An rund 18.500 bedürftige Schulkinder wurde an jedem Schultag Milch ausgegeben.

Zu Beginn des Berichtsjahrs erschienen ministerielle Richtlinien für die Gestaltung des Unterrichts in den Grundschulen. Auf dieser Grundlage wurde für alle Kölner Volksschulen ein Lehrplan verfasst. Dazu gehört, dass ab dem 1. September 1937 die Lehrer und Lehrerinnen der katholischen Volksschulen den Katechismusunterricht übernahmen und die Geistlichen endgültig aus dieser Arbeit ausschieden.

In 73 wurde lehrplanmäßiger Werkunterricht erteilt, der sich in 34 Werkstätten mit Segelflugmodellbau zu "Förderung des Luftfahrtgedankens" befasste. Ferner betrieben 66 Schulen Schulgärten. Hier wurden zur Förderung der Seidenraupenzucht u.a. 10.00 Maulbeerpflanzen angepflanzt.

Ab dem 1. Oktober 1937 gab es nach den neuen Richtlinien eine erhöhte Stundenzahl in den Bereichen Turnen, Spiel, Sport und Schwimmen. Zudem wurde das aus Einsparungsgründen 1936 abgesetzte "orthopädische Turnen" wieder aufgenommen.

Im "Nadelarbeitsunterricht" stellen die Mädchen mit Hilfe eines von der NSV bereitgestellten Betrages von 8000 RM 20.300 Teile für das WHW und das Hilfswerk "Mutter und Kind" her. Die Jungen basteln im Werkunterricht Spielzeug für das WHW.

Die Kölner Mittelschulen haben 1937 1315 Schüler und 1040 Schülerinnen. An ihrem sechsklassigen Aufbau wird nichts geändert, dagegen wird bei den Höheren Schulen ein Schuljahr abgeschafft. Zudem werden zur "Vereinfachung der Schultypen" Umgestaltungen vorgenommen. Sämtliche elf städtische Jungenschulen werden in Oberschulen umgewandelt, von den fünf staatlichen Anstalten bleiben drei als Gymnasium erhalten. 4500 Schüler und 2014 Schülerinnen besuchen die Höheren Schulen.

Bei den Berufsschulen wird der Lehrplan soweit möglich den Aufgaben des Vierjahresplans angepasst. Zudem wurde durch die Einrichtung von Fachlehrgängen und den Ausbau von Lehrwerkstätten der Unterricht noch praxisnäher gestaltet. Auf sieben Schulen werden rund 30.000 Schüler unterrichtet.

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