Landjahrempfang in Köln
Am 10. Dezember 1938 kehren 750 Jugendliche aus dem Landjahr nach Köln zurück. Aus dem Anlass findet am folgenden Tag um 16 Uhr im Gürzenich eine Kundgebung statt, auf der die Landjahrpflichtigen offiziell aus dem Landjahr entlassen und in die HJ überführt werden. Redner auf der Veranstaltung sind Regierungspräsident Reeder und Gebietsführer Hohoff.
Am 11. Dezember 1938 werden die Jugendlichen, die aus dem Landjahr nach Köln zurückgekehrt sind, in feierlicher Form im Gürzenich in die HJ überführt.
Regierungsvizepräsident Dr. Beckhaus schildert im Sinne der Volksgemeinschaftsideologie, wie die 1360 Jungen und Mädchen in den vergangenen acht Monaten "die Schönheiten und Eigenart der verschiedensten deutschen Landschaften sahen und vor allem die dort lebenden deutschen Menschen andrer Stämme verstehen und schätzen gelernt haben". Durch die Arbeit bei den Bauern hätten sie zudem dazu beigetragen, "die Gegensätze zwischen Stadt und Land zu überbrücken". Nach ihrer Rückkehr würden sie in ihre Berufe eintreten und das, was sie im Landjahr gelernt hätten, verwerten können. Dabei sei es kein Zufall, dass viele Firmen, "ohne gesetzliche Anordnung", Landjahrpflichtige "in irgendeiner Form bevorzugt behandeln".
Anschließend fordert Landjahrführer Eggemann die Jugendichen auf, das im Landjahr Gelernte nun zur "Grundlage ihrer Lebensgestaltung" zu machen: "Sie hätten erkannt, dass ohne Gesundheit des Körpers, ohne starken Willen, ohne Wahrheit und ohne den Mut zur Überwindung der Schwierigkeiten kein Leben erfolgreich gestaltet werden könne. So sollten sie die Treue halten der Pflicht und dem Geist, der aus der Gemeinschaft der Jugend und des Volkes erwächst."
Danach werden die Jugendlichen von Gebietsführer Hohoff in die Einheiten von HJ und BDM übernommen. Als Ziel stellt er den Plan vor, dass in Zukunft alle Jugendlichen im Alter von 14 bis 15 Jahren einige Monate eine Erziehung in einem Lager durchmachen sollten.