Werbung für HJ-Landdienst
Am 30. November 1938 erscheint im Westdeutschen Beobachter erneut eine Werbung für den Landdienst der HJ, da viele Eltern dieser Aufgabe "nicht das nötige Verständnis" entgegenbringen würden.
Daher wird das Prinzip des Landdienstes noch einmal erklärt und darauf hingewiesen, dass auf dem Land Arbeitskräftemangel herrsche. Neu ist jedoch, dass dieser Befund mit antisemitischen Ressentiments verbunden wird.
"Das ist noch eins der üblen Erben der Vergangenheit, als systematisch eine Kluft zwischen der Stadt und der Landbevölkerung erzeugt wurde. Darüber hinaus wurde das Bauerntum finanziell ausgeplündert und wirtschaftlich untergraben; die verhängnisvolle Rolle des Juden hierbei ist bekannt, ebenso aber auch, dass kein Regierungssystem vor der Machtübernahme ernstlich etwas hiergegen unternommen hat. Es kam soweit, dass unsre besten Bauernhöfe verschuldeten und deutscher Boden in jüdische Hände geriet und verschachert wurde. Dass ein derartig ruiniertes Bauerntum nicht in der Lage war, seine Arbeitskräfte sicherzustellen, liegt auf der Hand. Ebenso ist klar, dass kein Bewohner einer übervölkerten Stadt Lust bekam, bei diesem verarmten Bauernstand in Arbeit zu treten. Erst nachdem der Führer durch den Reichsnährstand und das Erbhofgesetz die Grundlagen für die allmähliche Gesundung des Bauerntums gelegt hat, kann dem Landarbeiter eine Lebensexistenz garantiert werden. [...]
Die Landwirtschaft mit seinen vielfachen Berufsmöglichkeiten ist jedoch noch nicht in dem Maße als Basis zur Schaffung einer Existenz für junge Menschen erkannt worden, als ihr eigentlich zusteht. Der Landdienst der Hitler-Jugend ist die erste Vorstufe, über welche unsere jungen Kameraden in die Landwirtschaft gelangen."