Rasseideologischer Unterricht im Kölner BDM-Werk
Der Westdeutsche Beobachter berichtet am 28. November 1938 über einen Besuch bei verschiedenen Arbeitsgemeinschaften des BDM-Werks "Glaube und Schönheit". Hier sei nichts von "Lehrmeisterei" zu spüren gewesen, "kein Pauken eines trockenen Stoffes" und keine "gelangweilten Zuhörer". Statt dessen "aufgeschlossene Leiterinnen und Leiter und aufmerksame, interessierte Mädel".
Besucht wurden die Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsdienst, Rassenkunde, Englische Sprache und Werkarbeit. Über den rassekundlichen Unterricht heißt es:
"Dem Leiter dieser Arbeitsgemeinschaft geht es darum, den Mädeln einen lebendigen Begriff der Rasse zu vermitteln. Es soll nicht alles, was Zeitschriften, Bilder, Bücher und Broschüren bringen, kritiklos aufgenommen werden. Die Mädel sollen sich ein eigenes Bild machen, das dann durch den täglichen Anschauungsunterricht ergänzt und erweitert werden kann. In den ersten Stunden wurde eine Einführung in das Wesen der Rasse gegeben. Es galt zunächst zu unterscheiden zwischen Stil und Eigenschaft. Die Art der Darstellung der Eigenschaften bei den verschiedenen Rassen ist das Entscheidende. Brücke zu dieser Erkenntnis bilden Kunstwerke, Bilder, Plastiken, Literatur und Musik. So weitet sich auch hier das Arbeitsgebiet, werden Ausstellungen, Bühne, Film und Konzert einbegriffen."