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Ereignisse
1938
August

Schulische Veränderungen seit der Machtübernahme in Köln

Seit der Machtübernahme haben nach Angaben von Wilhelm Niemeyer, Beigeordneter der Hansestadt Köln, starke Verbesserungen im Kölner Schulwesen stattgefunden. Als Beispiele nennt er die Renovierung älterer Volksschulbauten, die Neuerrichtung von Schulen zur Behebung eines gravierenden Schulraummangels durch die Citybildung in der Innenstadt, die Randsiedlungen am Stadtrand und den Bau einer Reihe neuer Siedlungen, ferner die Gesundheitsfürsorge der Schulkinder und die Wiedereinführung des monatlich zweimaligen Schwimmunterrichts.

Als Zukunftsaufgaben sieht er die Verbesserung von Anzahl und Ausstattung von Turnhallen, die nach der Einführung des vermehrten Turnunterrichts (drei Stunden in der Unterstufe, fünf in der Oberstufe) "vollkommen unzulänglich" seien. Zudem fordert er den Neubau weiterer Schulen, um die geburtenstarken Jahrgänge unterbringen zu können, die 1940 und 1941 neu in die Schule kommen.

Als großes Problem sieht er den Lehrernachwuchs an. Es sei eine Erfahrung, dass in "Zeiten wirtschaftlicher Blüte" Lehrermangel zu beklagen sei, doch sei für die nächsten Jahre ein "so bedrohlicher Ausfall an Lehrkräften aller Schularten zu erwarten, dass es der größten Anstrengungen" von Partei, Verwaltung und Behörde bedürfe, um dem Lehrermangel zu begegnen. Es sei bisher noch kein Mittel gefunden worden, "um der in den weitesten Kreisen der jungen Abiturienten bestehenden Abneigung gegen diesen doch so schönen Beruf wirksam zu begegnen".

Als positiv beurteilt Niemeyer die Entwicklung der HJ-Mitgliedschaft unter den Schülern. Anfangs habe der "Einfluss der Kirchen und eines Teiles der Eltern- und Lehrerschaft noch eine starke Zurückhaltung bei der Überführung der Schüler in die HJ " zur Folge gehabt. Während Ende 1934 nur 41 Prozent aller infrage kommenden Volksschüler in HJ, Jungvolk und BDM waren, habe die Zahl Ende 1937 über 90 Prozent betragen. Ähnlich sei die Entwicklung in den Mittel-, Höheren und Berufsschulen. Durch wiederholte Werbung und regelmäßig zu erstattende Erfolgsmeldungen habe die Schulverwaltung die Werbeaktion der HJ unterstützt.

Zur Behebung des Mangels bei den HJ-Heimen hat die Schulverwaltung dem Städtischen Jugendamt sechs nicht mehr für Schulzwecke in Anspruch genommene Schulen und zusätzlich 328 Klassen in Schulen und Schulbaracken zur Errichtung von HJ-Heimen zur Verfügung gestellt.

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