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Ereignisse
1938
Juni

Kulturamt der RJF fördert Puppenspiel

Auf dem Kulturlager der HJ, das im Juni 1938 in Weimar stattfindet, verkündet das Kulturamt der RJF, dass es die Puppenspiele in ihre Obhut nehmen werde. Für den Gau Köln-Aachen wird diese Entscheidung als besonders bedeutsam angesehen, da es mit dem Aachener "Schängchen", dem Kölner "Hänneschen" und dem Marionettentheater der Familie Zanger im Deutzer Brückenkopf über mehrere Spielstätten verfügt, für die nun eine Förderung erhofft wird.

Der Westdeutsche Beobachter kommentiert den Beschluss mit den Worten: "Die verantwortlichen Männer im Kulturamt haben den Wert der Puppenspiele erkannt. Sie wissen, dass die Spiele nicht nur eine köstliche Unterhaltung für jung und alt sind, sondern darüber hinaus eine bedeutsame erzieherische Aufgabe erfüllen. Im Puppenspiel leben wertvolle Kräfte des Volkstums. Manche Stoffe der Sage und der Geschichte, Schnurren und Schwänke, die sich nicht für die große Bühne eignen, erwachen im Puppentheater zur dramatischen Gestaltung und zur erzieherischen Wirksamkeit. Durch die Initiative der HJ wird nun die verzettelte Arbeit der deutschen Puppenbühnen organisatorisch zusammengefasst und zu wirksamem Einsatz auf breitester Grundlage hingeführt."

Geplant ist, dass das Kulturamt gemeinsam mit der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" das Puppenspiel in allen Gauen ansiedelt. Insbesondere soll es dazu dienen, auf dem Land und in Grenzgebieten als "wirksame Helferin im Kampfe um die Erhaltung des Volkstums" zu dienen. Dazu soll, wie Kulturamtsleiter Cerff mitteilt, demnächst in Stuttgart ein Puppenspiel-Institut eingerichtet werden, dessen Pläne bereits durch Hitler genehmigt seien.

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