Anlässlich des Führerlagers veröffentlicht Gebietsführer Hohoff am 14. Juni 1938 einen Artikel im Westdeutschen Beobachter, in dem er zur Bedeutung der Politik innerhalb der Jugenderziehung Stellung nimmt. "Politisierende Jugendliche sind uns ein Greuel — politische Jugend dagegen ist ein Gebot unserer Zeit", leitet er den Artikel ein. Die Abwertung des Begriffes "politisch" als "charakterlos" schiebt er der "Systemzeit" zu, in der die "gesamte faule bürgerliche Welt" in ein "lautes Wehgeschrei" ausgebrochen sei, als die Jugendlichen in den parteipolitischen Kampf eingegriffen hätten.
Die besten dieser Jugendlichen seien der "Fahne des Führers" gefolgt und hätten sich gegenseitig erzogen. Damals sei eine "junge Mannschaft der Getreuen des Führers" aufgestanden, die ersten Gruppen der HJ. Von dort bis zum HJ-Gesetz von 1936 sei es zwar ein weiter Weg gewesen, doch gebe es einen "unmittelbaren inneren Zusammenhang".
Als diesen Zusammenhang stellt er das Prinzip der Selbstführung der HJ heraus und stellt heraus, dass die nationalsozialistischen Erziehungsmaßnahmen auch in die Familien Einzug halten müssten. Daran habe der "Führer" nie einen Zweifel gelassen. So dürfe sich der Begriff "ordentlicher Sohn" nicht länger nur auf die Schulleistungen beziehen, sondern müsse auch davon abhängen, inwieweit ein Junge ein "einsatzbereiter Hitlerjunge oder Pimpf" sei. und von der "Gemeinschaft seiner Gleichaltrigen als Kerl anerkannt" werde.
Das Aufgehen in der HJ bedrohe keinesfalls den Bestand der Familie, sondern gereiche dieser zu besonderer Ehre. Es sei ein "natürlicher Trieb, zu kämpfen, zu gestalten, sich einzusetzen ohne Hilfestellung von Gouvernanten und Moralpredigern". Werde dieser unterdrückt, werde der Unternehmungsgeist abgetötet und es trete die "berühmte bürgerliche Geruhsamkeit" an dessen Stelle. Das Zusammenbrechen des Wilhelmischen Zeitalters und die "Ohnmacht des Volkes vor der sich anschließenden roten Revolte" sei nichts anders als eine "Quittung für eine unpolitische Jugenderziehung", die "einstmals in der Welt den Begriff des 'deutschen Michels' schuf".
Der Kritik, den Jugendlichen in der HJ mangle es an "Achtung und Autoritätsanerkennung vor dem Alten und vor dem Alter" entgegnet Hohoff, es habe nie eine Jugend gegeben, die "so starke und wahre Ehrfurcht vor allem Großen und Alten" habe wie die HJ. Vorbild sei, "im Dienst und Einsatz für eine große Sache grau geworden zu sein". Die Jugend habe heute vor anderen Sachen Ehrfurcht als früher, mehr vor den Standarten der SA als vor der "Selbstgefälligkeit angehäufter Erfahrenung und Wissenschaften", mehr für die "Alte Garde der Partei" und die Wehrmacht als für den "Schein lügnerischer bürgerlicher 'Gesellschaftsfähigkeit'".
Man erlebe eben eine "Zeit innerer revolutionärer Umgestaltung", bei der die Jugend naturgemäß im Brennpunkt stehe. Zu allen Zeiten werden die "Jugend von heute" unvollkommen sein, selten aber habe es eine Zeit gegeben, in der in der Jugend "so viel Glauben, innere Sauberkeit, Opferbereitschaft und Tatendrang aufkeimte und sichtbare Gestalt annahm wie in unseren Tagen".