Pfingstfahrten der mittelrheinischen HJ
Über die Pfingsttage 1938 führt die mittelrheinische HJ zahlreiche Fahrten durch. Zur Vorbereitung gibt die Gebietsführung "heimatkundliche Schulungsbriefe" heraus, in denen die Fahrtenziele hinsichtlich von Geschichte, Bodenbeschaffenheit, Wirtschaft, Bevölkerung und politischem Leben vorgestellt werden. Die Schulungsbriefe stehen allen Gefolgschafts- und Fähnleinführer zur Verfügung und sollen in den Heimabenden durchgenommen werden, um den Jungen, die auf Fahrt gehen, "die inneren Zusammenhänge von Landschaft, Industrie und Menschen" aufzuzeigen.
Die Fahrtengruppen werden vom Streifendienst der HJ kontrolliert oder, wie es der Westdeutsche Beobachter beschönigend schreibt, sie werden vom Streifendienst "betreut". Zugleich möchte man mit dem Einsatz des Streifendienst jedoch auch bewirken, dass "die sattsam bekannten jugendlichen Restbestände in Fantasieuniformen", das heißt die unangepassten Jugendlichen und Reste bündischer Jugend, von der Straße verschwinden.
Auf den Fahrten sollen die HJ-Formationen zeigen, dass sie "diszipliniert und straff, selbstbewusst und verantwortungsvoll" sind. Es wird ein "tadelloses Auftreten" erwartet. Die Fahrten gelten als Vorbereitung auf die Großfahrten im Sommer.