Grenzlandarbeit der HJ Mittelrhein
Die HJ des Gebietes Mittelrhein legt am 12. April 1938 im Westdeutschen Beobachter ihre Ansichten zum Thema "Grenzland" dar. Sie kritisiert darin Grenzen, bei denen angeblich "menschliche Berechnung und Willkür natürliche Scheidungen zwischen Stämmen und Völkern aus politischen und wirtschaftlichen Erwägungen" korrigieren, wodurch diese Grenzen nicht länger einer "gewachsenen und organischen Umfassung einer völkischen Kulturgemeinschaft" entsprächen. Solche Gebiete würden immer ein "Zwischenland" sein, das am "unverständlichen Widerspruch zwischen innerem und äußerem Gesetz" kranke.
Die HJ sieht hier eine "zwingende Aufgabe" des "Volkes", diese Gebiete mit "Kulturleistung stark und prall" zuerfüllen, um das "Gefühl der Vernachlässigung zu bannen" und "das Selbstbewusstsein der Menschen dort zu stärken, dass ihnen die Verlockung der Grenze nichts mehr anzuhaben vermag, da sie ihren Blick freudig dahin richten, von wo sie die Betreuung ihres geistigen Lebens erfahren". Möglichen Wünschen nach Assimilierung wird damit eine klare Absage erteilt, hier vor dem Hintergrund der Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg, durch die zahlreiche Deutsche nun in anderen Staaten leben.
Zur "Betreuung" der Menschen in den Grenzregionen führt die HJ des Gebietes Mittelrhein im Rahmen von "Dorfgemeinschaftsabenden" literarische Veranstaltungen mit jungen Dichtern durch.