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Ereignisse
1938
März

HJ-Heime: "Pflegestätte der Heimatliebe" und "Kulturstätte der deutschen Jugend"

Im Westdeutschen Beobachter erscheint am 30. März 1938 ein Artikel, der Aufgaben, Ziele und Gestaltung der neuen HJ-Heime umreißt.

Nach einer Formulierung von Baldur von Schirach sollen die Heime die Voraussetzung für die "Gemeinschaftsarbeit" schaffen. Daher sollen sie in ihrer äußeren und inneren Gestaltung den "Gesetzen neuen deutschen Baustils" unterliegen und "Offenbarung und Erfüllung einer Sehnsucht unsrer jungen Mannschaft in sich tragen". Jedes Heim soll eine "Pflegestätte der Heimatliebe" und eine "Kulturstätte der deutschen Jugend" sein, die "Lebenshaltung und Wollen" der HJ widerspiegeln soll.

An die Architekten, die die Heime planen, wird daher die Forderung gestellt, die Heime dem "Wesen der Landschaft" anzupassen. Zudem werden "gutes Handwerk" und "heimische Baustoffe", vor allem aber ein "neuer Glauben" verlangt. Es werde kein "heroischer Stil" befohlen, auch kein "romantischer" oder "sachlicher". Das sei "Liberalismus", der im Politischen überwunden worden sei. Es dürfe auch keine "Typenheime" oder einheitliche Baracke als billige Lösung geben, denn "jede Rasse" würde "mit ihren besten Kräften ihren Raum" prägen, "der dann ihr eignes Gesicht trägt und auf jede Generation als Beispiel rassischen Formenwillens erzieherisch wirkt und weitergestaltet wird".

Die Forderungen an die Heimbaupläne nach einer "klaren Räumlichkeit des Grundrisses, einer Geschlossenheit des Baukörpers und einer Gliederung der Gesamtanlage unter ein folgerichtiges Ordnungsprinzip" seien begründet durch das "Gefühl für das Material, die Ausdrucksmöglichkeiten einer Konstruktion und das Gesicht der Landschaft".

Als wichtig wird auch die Grundstückswahl erachtet. Hier mssten "städtebauliche und propagandistische Gesichtspunkte" vor wirtschaftlichen die entscheidende Rolle spielen. Das HJ-Heim müsse an "städtebaulich hervorgehobener Stelle" liegen und über ein Jugendgelände verfügen.

Zum Schluss wird noch einmal Baldur von Schirach zitiert: "Das Bauen, meine Kameraden, das ist so etwas wie eine Religion; das heißt, es hat viel weniger mit Stein und Mörtel zu tun, als mit Erleben und mit dem Glauben."

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