Jugend heute und früher
Im Rahmen der Werbemaßnahmen der HJ um neue Mitglieder veröffenticht der Westdeutsche Beobachter am 30. März 1938 und damit einen Tag, bevor die Meldestellen schließen, einen ganzseitigen Beitrag, der mit "Jugend im Grenzland" überschrieben ist und Bilder von Jugendlichen bringt, wie sie angeblich vor 1933 waren und wie sie 1938 sind. Die Bilder von vor 1933 sollen eine abschreckende Wirkung entfalten und zeigen schmutzige und freche Jungen, die auf einem dreckigen Hinterhof im Müll wühlen. Dahingegen zeigen die anderen Bilder Aufnahmen von HJ und BDM bei allen möglichen ordentlichen und gesitteten Tätigkeiten.
Im Kommentar zu den Bildern wird die Schuld an den früheren Zuständen einer angeblich unfähigen Regierung zugeschoben [und nicht etwa Faktoren wie der Weltwirtschaftskrise!], während die Verbesserungen dem Nationalsozialismus zugeschrieben werden:
"Mit Schaudern erinnern wir uns der zerlumpten armen Kinder, die in den Zeiten des Verfalls in den Straßen lungerten und aus dem Müll und Schutt Essensware auflasen. So verkommen diese Jugend durch die Schuld der kraftlosen Systemregierungen war, ebenso elend war ihre Behausung, die niemals ein Heim sein konnte. Und heut: Es ist keine Zeit mehr zu üblen wüsten Streichen. Solche Typen, wie wir unten im Bilde sehen, sind verschwunden. Grenzjugend ist Hitler-Jugend! […] Überall leuchtet uns ein einheitliches Bild froher gesitteter deutscher Jugend entgegen."