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Ereignisse
1938
März

HJ-Heime im Gebiet Mittelrhein

Ausgehend von einer äußerst negativen Bewertung der Jugendlichen in der "Systemzeit", die in der Grenzregion Köln-Aachen besonders stark der "marxistischen Verseuchung" und dem Schmuggelwesen ausgesetzt gewesen seien, wird die Arbeit der HJ in einem Bericht des Westdeutschen Beobachters vom 24. März 1938 als besonders notwendig und wertvoll dargestellt. Nach der Machtübrnahme habe die HJ diesen Jugendlichen erst einmal eine "wahrhafte Ehrauffassung" vermittelt. Nun sei die Jugend aufgeblüht und wachse froh heran, da sie "Heim und Heimat in der Gefolgschaft des Führers" gefunden habe.

Trotzdem gebe es für die HJ im Gebiet Mittelrhein noch "unerfüllte Wünsche", nämlich HJ-Heime in ausreichender Zahl. Mehr als hunderttausend Jugendliche seien noch in Notheimen untergebracht, es fehlten mindestens 45 neue Heime. Als Idealfall weren Jugendgelände skizziert, die neben dem Heim einen Feierraum, Appellplatz, Sportplatz, eine Turnhalle, einen HJ-Heimgarten, ein Schwimmbad und einen Schießstand umfassen. Geplant ist, zumindest in jedem Kreis 1938 zwei bis drei Heime zu errichten.

In Köln wurden seit 1935 Heime in Höhenberg, Bocklemünd, Bickendorf und Zollstock errichtet. Im Bau befinden sich im März 1938 das Hacketauer-Heim in Mülheim, ein Heim in Poll, Worringen und Klettenberg-Komar. Zudem sind Heime in Neu-Sülz, Vogelsang, Höhenhaus, Dellbrück, Holweide, Rath, Brück und Merheim-rechtsrheinisch geplant. Ein größeres Heim soll am Adolf-Hitler-Platz entstehen.

Zudem würde es die HJ gerne sehen, wenn ihr das ehemalige Stadtwaldrestaurant als Heim überlassen würde.

Ziel der Kreisstädte soll es sein, jedem Bann ein Zentralheim zu schaffen. In den meisten Fällen werde man aber wohl den Typ des "Kleinheims" für bis zu vier Scharen bauen.

In Köln ist die Dienststelle des Beauftragten für die HJ-Heimbeschaffung für das Gebiet Mittelrhein in der Overstolzenstraße 6 untergebracht. Von hier werden alle Bauarbeiten des Gebietes geplant und beaufsichtigt. Dabei werde auch darauf geachtet, dass es keine "missverstandene Sachlichkeit" und "falsche Romantik" gebe. Stahlrohrmöbel und Runenornamente würden in jedem Fall einen "schlechten Eindruck" machen. Die HJ wolle vor ihren Symbolen und Heimen antreten zur Arbeit und Feier, um "Klarheit und Kraft zu empfangen".

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