Ziele der HJ-Heimbeschaffung im Gau Köln-Aachen
Gebietsführer Hohoff gibt Anfang März 1938 in einem Interview mit dem Schriftleiter des Westdeutschen Beobachters Auskunft über die Ziele der HJ-Heimbeschaffung im Gau Köln-Aachen.
Das Gebiet Mittelrhein umfasst laut Hohoff im März 1938 210.000 Jungen und Mädchen. Wo sich ein Heim befindet, läuft der Dienst "fließender" als dort, wo keines vorhanden ist. Gerade in den Großstädten würden die Heime als "zweite Heimat" betrachtet, nicht zuletzt weil der Lebensstandard bei vielen Jugendlichen zu Hause noch nicht so sei, dass sie genug Licht, Sonne und Raum zur Verfügung hätten.
Im Gebiet Mittelrhein sind für 40.000 Mitglieder von HJ und BDM Heime vorhanden. Weit über 100.000 müssten sich jedoch in Notheimen oder Schulen aufhalten. Wie überall seien die Großstädte hier die "Sorgenkinder", vor allem Köln, wo zu wenig Baugrund vorhanden sei. Daher würden die geplanten Heime an der Peripherie der Stadt entstehen. Auf dem "flachen Land" sei es besser, dort würden die Gemeinden oft nur eine Gefolgschaft oder ein Fähnlein umfassen nebst den BDM-Formationen, so dass eher die Möglichkeit bestehe, mit einem Heim alle Jugendlichen zu erfassen.
Das Gebiet Mittelrhein sieht für 1937/38 den Bau von 45, meist kleinen HJ-Heimen vor. Finanziert werden sie von den Gemeinden in Verbindung mit Partei und freier Wirtschaft. Um ein Gegeneinanderarbeiten zu vermeiden, ist die HJ-Heimplanung innerhalb der Kreise vom Kreisleiter mit dem Gebietsführer geregelt.
Der Dienstbetrieb spielt sich in den Heimen meist mittwochs ab, es sollen dort jedoch u.a. auch Feiern veranstaltet werden, für die die Räumlichkeiten entsprechend geplant werden sollen. Ziel ist es, in jedem Heim eine Wohnung für einen HJ-Führer zu schaffen, der ständig die Verantwortung übernimmt.
Die Propagandaaktion des Gebietes wird unter anderem durch den Propagandazug "HJ-Heimbeschaffung" unterstützt.