Planungen des Rheinischen Jugendherbergwerks
Im Landeshaus in Düsseldorf tagt am 6. März 1938 der Beirat des Rheinischen Jugendherbergwerks, der sich aus Vertretern des Oberpräsidenten, den Vertretern des Landeshauptmanns, den Vertretern der Regierungspräsidenten, den Gauleiter-Stellvertretern, den Gauamtsleitern des NSLB und der NSV, den Gaupropagandaleitern, den Gaufrauenschaftsleiterinnen , den Gebietsführern, den Obergauführerinnen und führenden Persönlichkeiten der rheinischen Gaue aus Industrie und Wirtschaft zusammensetzt.
Wie der Leiter des Landesverbandes Rheinland, Hauptbannführer Conrad, im Jahresbericht für 1937 mitteilt, wurden 750.765 RM für Bauten verwendet. Insgesamt gab es in den rheinischen Jugendherbergen 1.082.032 Übernachtungen, darunter 48.465 Übernachtungen ausländischer Besucher. In 29 Jugendherbergen gab es mehr als 10.000 Übernachtungen.
Für 1938 ist der Beginn eines Zehn-Jahresplanes vorgesehen, durch den der gesamte rheinische Raum mit Herbergen versehen werden soll. Dazu sollen rund zwölf Herbergen erstellt werden mit einem Gesamtvolumen von 1.082.000 RM. Unterstützung erhofft man sich durch den Reichsopfertag, bei dem für den Landesverband Rheinland besonders geworben werde, da das Werbeplakat die Jugendburg Monschau zeige.
1938 erwartet man einen regen Fahrtenbetrieb. Gab es im Sommer 1937 nur drei Sonderzüge der HJ, sind 1938 zwölf gemeldet.
Der Gau Köln-Aachen ist bei den geplanten Neu- und Umbauten mit rund einem Drittel am Gesamtbauvorhaben beteiligt. Geplante und finanziell als gesichert angesehene Herbergen sind in Waldbröl, Altenkirchen, Hellenthal und Jülich.
Angekündigt wird, dass der Landesverband zukünftig der Auswahl der Herbergseltern besondere Aufmerksamkeit widmen werde, damit die Eltern ihre Kinder beruhigt auf Fahrt schicken könnten. Ein Herbergswart muss in Zukunft Parteimitglied sein, seinen Militärdienst abgeleistet haben, verheiratet sein, das HJ-Leistungsabzeichen besitzen und eine aktive Dienstzeit in SA, HJ oder einer anderen Formation nachweisen.