Schulung der Motor-HJ
Am 23. März 1944 erscheint im „Patriot“ folgender Artikel über die Schulung derMotor-HJ:
„In Lippstadt wird zur Zeit die Nachwuchsschulung mit besonderer Sorgfalt betrieben. Jeder Junge, der sich zum Motorsport hingezogen fühlt, kann in der Motor-HJ seiner besonderen Neigung leben und sich die Grundlage erarbeiten, um ein tüchtiger Kraftfahrer zu werden. Die HJ im Lippstädter Motorsturm 23/M 67 besitzt in der Marktstraße einen Schulungsraum und eine Werkstätte. Hier wird der Junge politisch geschult und erhält das Wissen um motorsportliche Dinge. Die Krönung der Ausbildung ist die Abnahme des Motor-HJ-Prüfungsabzeichens, die gewissermaßen den Schlussstein unter die erste motorsportliche Ausbildung setzt und auch für die spätere Laufbahn in der Wehrmacht nicht ohne Bedeutung ist. 68 Lippstädter Jungen wurden im letzten Jahre betreut, die Anwärter konnten diese Prüfung erfolgreich abschließen. In der Prüfung haben die Jungen zu beweisen, dass sie nicht nur über die Arbeitsweise von Zwei- und Viertaktmotoren gründlich im Bilde sind, sondern über die Einzelheiten wie Vergaser, Batteriezündungen und dergleichen genau Bescheid wissen. Auch die Kenntnisse in Verkehrskunde und in der Kunde der für einen Fahrer wichtigen Gesetze werden genau überprüft, denn das alles gehört zum Erwerb des Führerschein IV. In der Werkstatt müssen die Prüflinge zeigen, dass sie in der kurzen Frist einen Reifen zu flicken und aufzumontieren verstehen. Die Prüfer vom NSKK machen an den Maschinen künstliche Störungen, und nun ist es die Aufgabe, diese Störungen schnell zu finden und zu beheben. Die Prüfstrecke ist so ausgesucht, dass sie große Anforderungen an die Fahrgeschwindigkeit und die schnelle Entschlusskraft stellt. Zwischen eng aufgestellten Fahnen müssen die Anwärter in geschicktem Bogen mit gedrosseltem Motor kurven und kurze Schleifen auf kleinstem Raum fahren. Dann wird der Sturzhelm aufgesetzt und auf der Karte die 7,5 km lange Hindernisstrecke studiert. Da geht es dann über schmale Wege, wo die Räder leicht ins Springen kommen. Überraschende Kurven müssen in schneidiger Fahrt genommen, Steilhänge überwunden, Bachläufe überquert und schlechte Strecken vorsichtig überfahren werden. Wer diese Schule hinter sich hat, kann mit Stolz das Leistungsabzeichen tragen und wird auch später in den Reihen der NSKK oder in der Wehrmacht seinen Weg machen.“