Schreibstunden in KLV-Lagern
In Folge Nr. 5/44 des „Nachrichtenblatts KLV“ des Beauftragten für die Erweiterte Kinderlandverschickung in Böhmen und Mähren wird im September 1944 folgende Anordnung (KLV 31440) vom 15. August 1944 wiedergegeben:
„Berichte der Eltern ergeben, dass Pimpfe und Jungmädel, deren außerordentlich gute Betreuung und Unterbringung in einem KLV-Lager von den Eltern voll anerkannt wird, nur sehr spärlich und knappe Briefe oder Karten nach Hause schreiben. Z.B. erzählen im Felde stehende Frontsoldaten, die sich dankend an unsere Dienststelle wenden, dass ihre Söhne oftmals nur kurze Karten mit folgendem Inhalt schreiben: "Mir geht es gut, was ich auch von Dir hoffe. Dein Hans!"
Die Mehrzahl aller Jugendlichen haben nicht viel Freude am Briefwechsel, insbesondere am eigenen Schreiben von Briefen, da ihre jugendliche Erlebniswelt zu Spiel und anderer Beschäftigung drängt.
Um aber gerade unseren arbeitenden oder an der Front stehenden Elternteilen, welche sowieso das Opfer einer Trennung von ihren Kindern tragen müssen, wenigstens die Freude eingehender Schilderungen ihrer Kinder zu verschaffen, sind alle Lagerleiter nochmals darauf hinzuweisen, dass jeder Junge und jedes Mädel wöchentlich einmal einen ausführlichen Brief an jeden Elternteil, sofern diese getrennt sind, zu richten hat.“