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Ereignisse
1944
April

Erfahrungsbericht eines Lagermannschaftsführers

Am 23. April 1944 erstattet der Lagermannschaftsführer eines KLV-Lagers mit höheren Schülern aus Münster folgenden Erfahrungsbericht über einen Einsatz in der Hopfenernte:

„Einsatzort: Brunn bei Herrn M.,
Erchelbach: bei Herrn Bürgermstr. B..

A. Einsatzort Brunn

I. Unterbringung:

Mit 54 Jungen sollten wir in 3 Zimmern untergebracht werden; es stellte sich aber heraus, dass die Räume, die vorher inspiziert waren und als genügend für die Unterbringung von 70 Jungen befunden wurden, gerade für 45 Jungen Platz hatten; auf unser Drängen wurde uns noch ein weiterer Raum eingeräumt; so waren die Quartiere erträglich.

II. Verpflegung:

Im Ganzen gesehen war das Essen kräftig und reichlich; jedoch wurde in den ersten Tagen morgens keine Butter gegeben.

III. Arbeitskleidung:

Da die Jungen im KLV-Lager kaum über solche Sachen verfügen, die als Arbeitskleidung geeignet wären, hätte man auch den KLV-Lg. Arbeitsanzüge (Hosen) zuleihen müssen.

IV. Toiletten:

Da der Bauer uns die Benutzung seiner Toiletten sperrte, hätte er für annehmbaren Ersatz sorgen müssen.

V. Der Gesundheitszustand:

war befriedigend.

B. Einsatzort Erchelbach.

I. Unterbringung:

Auf einem nicht sehr dichten Dachboden schliefen 120 Jungen, die dort gerade Platz fanden. Gegen die eindringende Nachtkälte konnte die eine mitgebrachte Decke nicht schützen; der Bauer konnte nicht alle mit einer 2. Decke versorgen. In besonders kalten Nächten fand ein Teil der Jungen kaum Schlaf.

II. Verpflegung:

Das Essen war kräftig, doch manchmal infolge falscher Schätzungen nicht ganz ausreichend, was aber auf unsere Vorstellungen hin abgestellt wurde.

III. Arbeitskleidung:

Auf einer Führerbesprechung in Wolkersbach wurde geäußert, an die KLV könne man keine Arbeitskleidung ausgeben, da die KLV ja ihre Kammern habe und von dort dauernd beliefert werde. So wurden uns erst in den letzten 3 Tagen, nachdem alle anderen Lager im Einsatzort aufgehört waren, Arbeitsanzüge zugeteilt.

IV. Gesundheitszustand:

Die Zahl der Kranken war verhältnismäßig sehr hoch, da Jungen zum Einsatz geschickt wurden, die in keiner Weise dafür tauglich waren. (Verkapselte Lungentuberkulose, Herzfehler und so weiter). Die ärztliche Untersuchung auf Einsatzfähigkeit war oberflächlich und fiel meistens nach dem Wunsche aus.“

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