Schulverlegungen und Probleme bei KLV-Werbung
Die Bonner Stadtverwaltung teilt der örtlichen Außenstelle des Sicherheitsdienstes der SS Folgendes mit:
„Seit 9.3.44 sind wieder alle Schulkinder in Bonn beschult.
Von der NSV, der HJ und den Schulen wird für die KLV auf freiwilliger Basis weitergeworben.
Am 18.3.44 ist die Hauptschule für Knaben mit Genehmigung der Regierung Köln geschlossen, mit Ausnahme von 11 Schülern, nach einem KLV-Lager in Joachimsthal/Erzgeb. verlegt worden. Drei Lehrer wurden zu ihrer Betreuung abgeordnet. Die 11 zurückgebliebenen Schüler, die Erziehungsberechtigten waren mit der Verschickung nicht einverstanden, sind in die Hauptschule für Mädchen eingegliedert.
Die Werbung für die KLV führt nach den letzten Erfahrungen zu geringem Erfolg. Dies wird für die Folge umso mehr der Fall sein, als sie bisher damit begründet wurde, dass die Kinder aus Mangel an Lagern bei Familien untergebracht würden, was auch bei den bisherigen Transporten nach dem Kreis Guhrau der Fall war. Nach jetzt eingetroffenen Nachrichten sind aber diese Kinder zum großen Teil, und zwar die Klassen vom 4. Schuljahr ab, inzwischen schon in KLV-Lager verlegt worden. Die Tatsache wird durch die Nachricht der Kinder an ihre Eltern in der Bevölkerung bekannt werden und dürfte für die weitere Werbung nicht von Vorteil sein.“