Wettbewerb „Wir gestalten unser KLV-Lager“
Im Rundschreiben KLV 4/44 des Beauftragten für die Erweiterte Kinderlandverschickung wird zum 1. März 1944 mitgeteilt:
„Die Dienststelle Kinderlandverschickung ruft für das Jahr 1944 zum Wettbewerb "Wir gestalten unser KLV-Lager" auf. Ziel dieses Wettbewerbes ist es, den KLV-Lagern, die in Jugendherbergen, Hotels, parteieigenen Gebäuden, Schule , Gasthäusern und ähnlichen Einrichtungen untergebracht sind, noch mehr als bisher das Gepräge eines KLV-Lagers zu geben. (...)
Bei der Prüfung der Lagerarbeiten ist auf folgendes zu achten:
1. Ausgestaltung der Räume durch Wandschmuck, Bilder, Sprüche, Scherenschnitte, Wandfriese, Fensterbilder (selbst hergestellt oder gute geschmackliche Auswahl beim Einkauf, sowie durch die jetzigen Verhältnisse bestmögliche Rahmung derselben).
2. Schmuck der Fenster (Blumenkästen) und Innenräume (Vasen mit Blumen und Grün).
3. Ausgestaltung und Sauberkeit der Waschräume und sanitären Einrichtungen bzw. der Waschecken in den Zimmern (praktische und hygienische Gesichtspunkte).
4. Aufbewahrung der Schuhe und Ablage der Kleider (gute Durchlüftung und ordentliches Aufhängen).
5. Aufbewahren des persönlichen Eigentums der Jungen und Mädel (Bücher, Schreibmaterial, Spiele usw.) auf selbst gebauten, dauerhaften Regalen und ähnlichen Einrichtungen.
6. In den Schulräumen und Gebäuden des Lagers ist außer den auch hier geltenden Gesichtspunkten in Ziffer 1-5 noch besonders zu beachten: Anbringung von Spruchbändern, Wandsprüchen, Bildern, Zeichnungen aus der Landschaft und des Volkstums der Heimat und des Gastgaues (Werk- und Zeichenunterricht), Anbringung von Schulranzen- und Kleiderablagestelle, Anbringung eines Führerbildes in der Schulklasse. Eigenbestellung von Lehr- und Anschauungsmaterial für die Unterrichtsfächer, außerdem ist hier auf die Versorgung mit Tinte usw. sowie auf die Sauberhaltung (Tintenfassuntersatz) zu achten.
7. Gartengestaltung, Pflege der Anlagen, Ordnung und Sauberkeit auf dem gesamten Grundstück, außerdem richtige Bodennutzung. Hierbei ist dem letzten Punkt als wichtigstem besondere Beachtung zu schenken. Das heißt, es ist wichtiger, dass der Garten für den Nutzanbau in größtmöglichstem Maße ausgenutzt wird, als dass er durch große Blumenanlagen äußerlich nur ein schönes Bild bietet.“