Soldaten gegen Verschickung ihrer Kinder
In einem Artikel der „Mitteilungen für die Truppe“ werden im Februar 1944 Beschwerden von Soldaten gegen die Verschickung ihrer Kinder aufgegriffen und zum Anlass genommen, „irreführende Nachrichten“ über die KLV zu korrigieren:
„Bekanntlich werden aus luftgefährdeten Gebieten durch das große Werk der Erweiterten Kinderlandverschickung viele tausend deutscher Kinder evakuiert und in Sicherheit gebracht. Warum das geschieht, liegt auf der Hand. Die Jugend soll vor den Gefahren des Luftkrieges nach Möglichkeit geschützt (...) werden. Die teuflische Kampfesweise unserer Feinde zwingt uns zu diesen Maßnahmen (...)
Nun hat es sich mehrfach ereignet, dass an der Front stehende Väter brieflich ihre Bedenken angemeldet haben, einer derartigen Evakuierung ihrer Kinder zuzustimmen. Diese Soldaten gehen scheinbar von falschen Ansichten über den Sinn dieser Maßnahme und über die Art der Unterbringung und Betreuung dieser Kinder aus. (...) So wird gelegentlich die Frage aufgeworfen, ob die Verschickung der Kinder in Lager etwa als Dauermaßnahme gedacht ist. Davon kann keine Rede sein. Es geht doch ganz einfach darum, der Jugend unserer Kinder die barbarischen Gemeinheiten dieses Krieges nach Möglichkeit fern zu halten.“
Es folgt die Auflistung der Vorteile, die die Verschickung abgesehen vom Sicherheitsfaktor biete: Gute Verpflegung, ausreichender Schlaf, sinnvolle Freizeitgestaltung.
Eltern, die die Verschickung ablehnen, werden als „selbstsüchtig“ kritisiert.