Lieber LWH als in der KLV
Am 24. Februar 1944 berichtet Direktor Körholz von der nach Tirol verlagerten Oberschule für Jungen in Essen-Werden über Eigenmächtigkeiten einzelner Schüler. Er schreibt:
„Nach Einberufung des Jahrgangs 1928 zu den Luftwaffenhelfern blieben im Stammlager Lech 7 Schüler der Klasse 5 vom Jahrgang 1929 zurück. Diese sollten mit der 5. Klasse der Helmholtz-Oberschule im Stammlager Sölden vereinigt werden. Sie sind nun aber statt nach Sölden nach Hause gefahren. Nach ihrer Angabe hatten sie die Absicht, sich freiwillig als Luftwaffenhelfer zu melden; daneben hat das Verlangen nach der Heimat nach elfmonatiger Abwesenheit im Lager mitgespielt sowie die Sorge, bei der Helmholtzschule, die regelmäßigeren Unterricht gehabt hatte, nicht mitzukommen.
Ich habe die Jungen aufgefordert, sogleich ins Lager zurückzukehren, da die Annahme als Helfer bei der Luftwaffe ausgeschlossen sei und der Besuch einer benachbarten Schule von hier aus nicht in Frage komme; bis zu einem noch mitzuteilenden Termin erwartete ich die Entscheidung der Eltern, von deren Ausfall es abhänge, ob sie weiter auf der Schule verbleiben oder aus der Schülerliste gestrichen werden würden. Ein Vater teilte mir nun mit, dass nach telefonischer Anfrage bei dem Luftgaukommando VI in Münster die Aufnahme von Schülern des Jahrgangs 1929 zum Helferdienst bei der Luftwaffe in Einzelfällen doch möglich sei, und auf meinen Anruf wurde mir das vom Luftgau bestätigt.
Der für die Schulverlegung besonders beauftragte Oberstudiendirektor Trieloff wird auf meine Bitte bei seiner Fahrt zum Herrn Oberpräsidenten heute oder morgen die Angelegenheit zur Sprache bringen.“