„Nazis bis auf die Knochen“
Am 3. September 1944 druckt der „Völkische Beobachter“ unter der Überschrift „Nazis bis auf die Knochen“ folgende Ausführungen von Reichsjugendführer Axmann:
„Am Beginn des 6. Kriegsjahres steht die Jugend Adolf Hitlers bereit, für die Freiheit ihres Lebens und ihre Zukunft mit Hingabe und Entschlossenheit bis zum Siege zu kämpfen. Es liegt heute ein Vergleich zwischen dem Einsatz der Jugend im ersten Weltkriege und dem Einsatz der Jugend in der kämpferischen Auseinandersetzung unserer Gegenwart nahe. Einige Tatsachen mögen diesen Vergleich veranschaulichen. Schon in den ersten Weltkriegsjahren war eine Zunahme von Kinderkrankheiten an Umfang und Schwere sowie eine wesentliche Schwächung der Jugend durch mangelnde Ernährung festzustellen. Der Zustand der allgemeinen Entkräftung und Unterernährung der Jugend nach dem unglückseligen Jahr 1918 ist allgemein bekannt. Demgegenüber sagen namhafte Ärzte auf dem Gebiet der jugendmedizinischen Forschung für die Gegenwart aus, dass auf keinem Gebiet des Volkslebens so geringe Veränderungen wie in der Gesundheit der Jugend sichtbar sind. Aus dem Musterungsbericht des 5. Kriegsjahres für die gesamte Breite des Jahrganges 1927 geht hervor, dass der Gesundheitszustand dieses Jahrganges als gut zu bezeichnen ist. Es wird darin betont, dass die Ernährung keine schädigenden oder entwicklungshemmenden Einflüsse auf den zur Wehrmacht anstehenden Jahrgang ausgeübt hat.
Wir verdanken diese Tatsache der großzügigen Rücksichtnahme der Staatsführung auf das Wachstum der Kinder und Jugendlichen durch die entsprechende zusätzliche Bemessung der Lebensmittel und die Schaffung von verschiedenen Verpflegungsgruppen, die z.B. den Notwendigkeiten der Wehrertüchtigung, der landwirtschaftlichen oder gewerblichen Arbeit oder der Erholungspflege Rechnung tragen. Die Ursache für diese erfreuliche Tatsache liegt ebenso in der Auswirkung einer planmäßigen Gesundheitsführung und -erziehung, in der ärztlichen Betreuung der im Kriegseinsatz der Heimat stehenden Jugend, in der im Hinblick auf die schaffende Jugend vorbeugenden Wirkung des Jugendschutzgesetzes, in den Maßnahmen der Jugenderholungspflege der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und der Hitlerjugend und in jener vom Führer befohlenen sozialistischen Einrichtung der Kinderlandverschickung, deren hervorstechendes Merkmal die Hebung des Gesundheitszustandes und die Gewichtszunahme der Jugend ist.
Im ersten Weltkrieg wurde die berufliche Grundausbildung der schaffenden Jugend wesentlich eingeschränkt. Die Lehrverhältnisse gingen immer weiter zurück und wurden insbesondere seit dem Jahre 1917 mit der Einführung der Hilfsdienstpflicht nichtig gemacht. Die Schutzmaßnahmen für die damals werktätigen Kinder und Jugendlichen wurden auf breiter Grundlage durchbrochen, so dass selbst der Reichskanzler in einem Rundschreiben aus dem Jahre 1917 feststellen musste, dass die Klagen über den unzureichenden Schutz der Jugendlichen nicht unbegründet seien. Die Berufsausbildung der deutschen Jugend hat in diesem Kriege eine große Erweiterung und Vertiefung durch die Schaffung von Lehrwerkstätten und Lehrecken erfahren. Dabei ist es ein großer Vorzug der Ausbildung in der Lehrwerkstatt, dass ihre Erfordernisse mit dem produktiven Einsatz der Lehrlinge für die Rüstung und Kriegsproduktion in Übereinstimmung gebracht werden. Heute gibt es eine Lenkung der schaffenden Jugend nach staatspolitischen Notwendigkeiten, nach der vorhandenen Anlage und Eignung. Während im Ersten Weltkrieg die Jugend politisch zum Streik berechtigt war, zeichnen sich heute unsere Kameraden und Kameradinnen in den Betrieben durch ihre Arbeitsdisziplin und -freudigkeit aus. Die freiwillige Teilnahme der schaffenden Jugend am Reichsberufswettkampf ist ein Ausdruck für diese ihre Haltung und Gesinnung. Die Errichtung unserer Jugendwohnheime für die umquartierte und überörtlich zum Arbeitseinsatz kommende Jugend, Hundertausende von Jugendbetriebsappellen und dörfliche Kundgebungen zum Kriegseinsatz lassen erkennen, welche hohe Bedeutung die nationalsozialistische Bewegung der Führung und Betreuung der in der Rüstungsindustrie und in der Landwirtschaft stehenden Jugend zumisst. Die vormilitärische Ausbildung wurde im Ersten Weltkrieg durch einen Erlass vom 16. August 1914 über die Bildung von Jugendkompanien verkündet. Während im ersten Sturm der Begeisterung die Meldungen zu den Jugendkompanien sehr zahlreich waren, so ist in der späteren Folgezeit ein ständiger Rückgang und schließlich die völlige Einstellung der Jugendkompanien festzustellen. Heute wird der gesamte älteste Jahrgang der Hitlerjugend in ihrem allgemeinen Dienst und in den Wehrertüchtigungslagern vormilitärisch auf der Grundlage der weltanschaulichen Erziehung mit wachsendem Erfolge ausgebildet. Gerade die Wehrertüchtigung der Jugend ist zu einem beglückenden Gemeinschaftswerk der nationalsozialistischen Bewegung und der Wehrmacht geworden. Der Hilfsdienst der Jugend im Weltkrieg wurde von einzelnen Gruppen getragen und war so zersplittert. Heute steht die deutsche Volksjugend nicht nur in den Ferien und im Urlaub, sondern in der täglichen Freizeit im Kriegseinsatz der Heimat. Das durch den Ministerrat für die Reichsverteidigung verordnete Kriegseinsatzwerk der deutschen Jugend hat die Voraussetzung für die einheitliche Lenkung und Konzentration dieses Kriegseinsatzes geschaffen. Er ist heute unseren Volksgenossen bekannt. Denken wir nur an die Feuerwehrscharen und Räumkommandos der Hitlerjugend in den Luftnotgebieten, an die Luftwaffen- und Marinehelfer, an die Erntehelfer oder den Schanzdienst der deutschen Jugend.
Die Haltung der Jugend in den beiden Kriegen findet in den Meldungen der Kriegsfreiwilligen ihren Ausdruck. Am 1. August 1914 zog die soldatische Jugend mit großer Begeisterung ins Feld. Die Meldung der Kriegsfreiwilligen gingen in den folgenden Jahren aber in steigendem Maße zurück. Im September 1939 ist die nationalsozialistische soldatische Jugend mit harter und ernster Entschlossenheit zum Kampf angetreten. Mit jedem Jahr dieses Krieges sind die Meldungen der Kriegsfreiwilligen gestiegen. Der Jahrgang 1928 wird sich in seiner weit überwiegenden Mehrheit kriegsfreiwillig zu den Fahnen melden. Die echte Kriegsfreiwilligkeit unserer jungen Kameraden wird sich in ihrer hohen Kampfmoral auf dem Schlachtfeld bewähren. Der Feind hat den Geist und die gewissenhafte Ausbildung unserer jungen Kriegsfreiwilligen zu verspüren bekommen. Er kann nicht umhin, festzustellen, dass sie ‚Nazis bis auf die Knochen‘ sind, die mit ‚fanatischer Todesverachtung kämpfen‘ und ‚lieber mit dem Gewehr oder Maschinengewehr in der Hand sterben, als sich gefangen nehmen zu lassen‘. Sie geben zu, dass die ‚jungen Nationalsozialisten gefährliche Gegner sind, die selbst in aussichtsloser Position den Kampf nicht aufgeben, die auch in der Gefangenschaft felsenfest vom Endsieg des Dritten Reiches überzeugt sind‘. Aber nicht das Zeugnis des Feindes, sondern die Freude des Führers über den Kampfgeist seiner Jugend ist deren Ehre. Dieser Kampfgeist hat in der 12. SS-Panzer-Division ‚Hitlerjugend‘ seinen vorbildlichen Ausdruck gefunden. Ihre Moral und ihr Geist war und ist unter den Bombenteppichen, den Einwirkungen der Schiffs- und Feldartillerie oder den feindlichen Panzerangriffen niemals zu brechen. Das gilt auch für die kämpfende Jugend in allen deutschen Divisionen.
Der Reichsarbeitsdienst und die Hitlerjugend stellen uns die Soldaten der nationalsozialistischen Weltanschauung, die nicht allein dem äußeren, sondern dem inneren Befehl, der Überzeugung und der Stimme des Gewissens gehorchen. Für die Kriegsführung sind die Ernährung, die Rüstung und der Transport von entscheidender Bedeutung. Mehr und mehr tritt nun bei der fortschreitenden Dauer des Krieges die Erziehung des Führers an seiner Jugend als überraschender Faktor in Erscheinung. Diese Erziehung hat sich vor allen auch in der Zeit einer teilweisen technischen Unterlegenheit in der Kampfmoral unserer Soldaten auf das höchste bewährt. Um wie viel mehr wird diese Erziehung im Zusammenwirken mit unserem technischen Fortschritt, der Schaffung neuartiger Waffen und der Steigerung der Rüstungsproduktion die Ereignisse der kommenden Zeit bestimmen.
Niemals war der Glaube der Jugend an den Sieg stärker als in dieser Zeit der größten Belastung an allen Fronten und in der Heimat. Die nach den großen Opfern und Schmerzen einer zweitausendjährigen Vergangenheit vollzogene Volkswerdung der Deutschen unter Adolf Hitler gibt der Jugend entgegen der Untergansstimmung des Abendlandes jenes Lebensgefühl, dass unsere Geschichte nicht am Ende, sondern an ihrem großen Anfang steht. Ehrfürchtiger und gläubiger denn je folgt die Jugend im Treue dem Führer, dessen Sendung für das Reich das Schicksal durch die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit dem deutschen Volk offenbart hat. Mit diesem Lebensgefühl und dem unerschütterlichen Glauben an den Führer marschiert die deutsche Jugend in das 6. Kriegsjahr hinein. Für sie gilt das Wort: ‚Es hängt von euch ab, ob ihr das Ende sein wollt und die Letzten eines nichtachtungswürdigen und bei der Nachwelt verachteten Geschlechts, oder ob ihr der Anfang sein wollt einer neuen über alle eure Vorstellungen herrlichen Zeit.‘“