Die OfJ in Bergheim zur Situation der LWH
Am 27. Juli 1944 berichtet die Bergheimer Oberschule für Jungen über die Situation der Luftwaffenhelfer:
„A.
1.2. Obschon das Wecken nach nächtl. Alarm später erfolgt, zweigen viele L.W.H. infolge unzureichender und gestörter Nachtruhe Ermüdungserscheinungen und sind zu geistiger Arbeit wenig befähigt. Verpflegung gut.
3. Häufiger Nachturlaub gestattet den L.W.H. Baden und Wäschewechsel.
4. Unterbringung zufriedenstellend. Die Wohnräume sind teilweise oder durchweg freundlich.
5. Beurlaubung in dem vorgeschriebenen Maße.
1. In letzter Zeit fiel der Unterricht wegen Alarm häufig aus. Nachholen unmöglich. Arbeitsstunden nicht regelmäßig eingehalten. Freizeit gibts nur in Gestalt von Urlaub. Die Teilnahme der L.W.H. am Unterricht ist regelmäßig, soweit nicht Krankheit oder Abkommandierungen vorliegen. Die Aufnahmefähigkeit ist trotz durchweg guten Willens wenig zufriedenstellend. Die Erhaltung der unterrichtlichen Interessen stehen der milit. Dienst mit teils hoher körperlicher Beanspruchung, die Umgebung bezw. Unterbringung und die zu erwartende, unvermeidliche Einweisung ins Heer mit anschl. Kriegseinsatz im Wege.
2. Disziplinwidrigkeiten oder Ungehörigkeiten sind nicht vorgekommen.
Die Arbeitsräume sind primitiv, aber sauber; bei unfreundlicher Witterung ungastlich; eine freundlichere Gestaltung ließe sich wahrscheinlich erreichen, wenn Wohnbaracken durch entsprechende Anordnung der Spinde hierzu benutzt würden. Der Unterricht in der Baracke hinter dem Kraftwerk Fortuna (an der Grube) wird durch die Gruben-Eisenbahn empfindlich gestört und zeitweise unmöglich gemacht.
Lehrmittel sind nicht vorhanden; sie könnten auch nicht fachgemäß behandelt werden Kein Unterrichtswagen.
Erfolgt im besten Einvernehmen.
Zu Beginn des Unterrichts ist Fahrgelegenheit vorhanden, jedoch für die Heimfahrt nicht. Es fehlen wasserdichte Mäntel (3 Stück).“