Falsche Führer in der HJ?
Im Stimmungsbericht einer NSDAP-Ortsgruppe in Münster heißt es für Mai 1938:
„Es wird darüber Klage geführt, dass in der HJ und BDM fast ausschließlich Jungen und Mädel in Führerstellen kommen, die höhere Schulen besuchen, die Volksschüler fühlen sich zurückgesetzt.
Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass in der HJ bei den Beförderungen viel zu wenig Wert auf die weltanschauliche Einstellung gelegt wird, ja, man muss sogar auf den Gedanken kommen, dass die Jungen und Mädel für HJ-Führerstellen von der Geistlichkeit besonders geschult werden, um auf diesem Wege die Führung der HJ in die Hand zu bekommen. Die Richtigkeit des Gedankens ‚Die Jugend muss sich selbst führen‘ wird immer wieder, insbesondere von den Eltern, angezweifelt. Die Fähnlein- und Jungzugführer sind in den allermeisten Fällen zu jung und unerfahren. Wenn die angezogene These richtig wäre, hätte man doch auch die Geldverwaltung in den Händen der Jugend belassen müssen!“