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Ereignisse
1944
April

Bericht der OfJ Köln-Nippes zur Situation der LWH

Anfang April 1944 berichtet Betreuungslehrer Engelhardt von der Oberschule für Jungen in Köln-Nippes über Situation der von ihm beaufsichtigten Luftwaffenhelfer der Klasse 6.

„A. Fürsorge.

Gesundheitliche Schäden durch übermäßige Beanspruchung der körperl. und geistig-seelischen Kräfte wurden nicht festgestellt. Jedoch vermisste ich die sonst bei Schülern übliche geistige und körperliche Frische bei Beginn des Unterrichts. Wenn auch die durch Alarm ab 12 Uhr nachts eingebüßte Zeit nachgeschlafen werden kann, haben die Jungens doch häufig das Gefühl der Müdigkeit. Für Sport waren regelmäßig Stunden angesetzt, doch fiel er sehr oft durch Alarm aus. Turngerät, insb. Bälle, sind nicht vorhanden. Die Unterbringung ist zufriedenstellend, Leibwäsche kann wöchentlich, Bettwäsche nur alle 2 Monate gewechselt werden. Die Verpflegung ist mittags ausreichend, abends teilweise knapp. Die Sonderzuteilungen für jugendliche Zivilisten Kölns wie Bienenhonig, Süßwaren, Apfelsinen und Eier wurden bisher nicht empfangen. Der kleine Urlaub geht in Ordnung, der Großurlaub wird nicht in der vorgesehenen Weise durchgeführt; so haben die LWH Schmitz und Pfahl, die bereits 9 Monate LWH sind, noch nicht den ersten Großurlaub gehabt.

B. Erziehung und Unterricht.

Der Unterricht wurde regelmäßig durchgeführt, soweit er nicht durch Alarm unterbrochen, bzw. verspätet begonnen oder vorzeitig abgebrochen werden musste. Es wurden regelmäßig 5 Arbeitsstunden pro Woche angesetzt und zwar v. 18 - 19 Uhr. Diese Zeit ist ungünstig, da es 5 mal in der Woche von 18 - 19 Uhr warmes Essen gibt und die Jungen nicht mehr ausreichend Essen vorfinden, wenn sie nach 19 Uhr erscheinen. Die Soldaten haben außerdem in dieser Zeit Putz- und Flickstunde, die den LWH fehlt. Es wird vorgeschlagen, die Arbeitsstunde in die Zeit v. 15 - 18 Uhr zu legen.

Freizeit ist von 13 - 14.45 Uhr und im Allgemeinen v. 19 - 22 Uhr.- Radio ist in den Unterkünften nicht vorhanden, nur in der Kantine. Der Westdeutsche Beobachter wird unregelmäßig geliefert. Kameradschaftsfeiern wurden Weihnachten, Sylvester und Ostern begangen. Seit Januar gab es 5 Filmvorführungen und außerdem 3 Vorträge allgemein bildenden Charakters. Eine gut ausgestattete Leihbücherei sorgt für ausreichend Lesestoff.

Schwere Disziplinarfälle gab es nicht; die Beschwerdemöglichkeit für LWH ist gegeben.

C. Organisatorische Arbeit der Betreuungslehrer.

Der Unterrichtsraum, im Winter oft schlecht geheizt, genügt in der wärmeren Jahreszeit. Es fehlt eine Tafel und an Karten. Die Teilnahme am Unterricht wird durch genaue Führung des Klassenbuchs kontrolliert. Ab Januar sind nur Fachlehrer der Stammschule eingesetzt, die Zusammenarbeit mit dem Betreuungslehrer ist gegeben.

D. Zusammenarbeit der Dienststellen und Einheiten der Luftwaffe.

Die Zusammenarbeit mit den Dienststellen erfolgt reibungslos.

E. Lehrkräfte.

Der Anmarschweg der Lehrkräfte erforderte durchschnittlich je ¾ bis 1 Stunde für Hin- und Rückfahrt. Fahrzeuge oder Kleidungsstücke wurden nicht gestellt.

F. Besondere Vorkommnisse.

G. Bemerkungen.

Keine.“

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