„Verpflichtung der Jugend“
Am 24. März 1944 kommentiert Willi Braun, Stammführer in der Gebietsführung Köln-Aachen, die bevorstehende „Verpflichtung der Jugend“, mit der die Vierzehnjährigen einen Eid ablegen würden, der sie „für immer“ an Adolf Hitlers binde. Ihm habe die deutsche Jugend alles zu verdanken. Die Fürsorge des nationalsozialistischen Systems, insbesondere der Partei gewährleiste, dass die Jugend „wohlbehütet“ der Zukunft entgegengehen könne.
Otto Zander, Hauptbannführer und Chef des Kulturamtes der Reichsjugendführung, führt an gleicher Stelle zu diesem Ereignis zwei Tage später aus, im Gegensatz zu den Eltern empfänden die Jugendlichen die Gegenwart nicht als drückend und entbehrungsreich, sondern als eine Zeit „großer Kämpfe, größten Heldentums und höchsten Einsatzes“.
Wiederum einen Tag später wird unter der Schlagzeile „Das Reich ist unsere Sendung“ die Auszüge aus der Rede abgedruckt, die Reichsjugendführer Axmann anlässlich der Verpflichtung der Jugend in Quedlinburg, der „Ruhestädte des ersten Reichsgründers“ hält:
„Artur Axmann bezeichnete die Verpflichtung als eine Feier des Dankes der Jugend an die Eltern. Dieser Dank gebühre vor allen den Müttern, deren ganze Sorge trotz der harten Prüfungen dieses Krieges den Kindern gelte. (...) Der Reichsjugendführer verwies auf die vielfältigen Kriegseinsatzaufgaben der deutschen Jugend und gedachte der Leistungen der Jugend in den Luftnotgebieten mit den Worten: ‚Ich habe nur den einen Wunsch und die Hoffnung, dass ihr vom gleichen Geist der Hingabe beseelt und erfüllt seid.‘ (...) Das Ideal unserer Zeit sei eine wetterfeste starke Jugend, aus ihr erwachse das Bild des unbesiegbaren deutschen Soldaten. (...) Die heldenmütigen Kämpfe des Heeres, der Luftwaffe, der Kriegsmarine und der Waffen-SS lieferten diesen Jungen ein leuchtendes Beispiel. Das Vorbild aller aber sei der unvergleichliche deutsche Infanterist.“
Axmann, so wird im WB ergänzend mitgeteilt, bemesse den Erfolg der „Wehrertüchtigung“ an der großen Zahl der Kriegsfreiwilligen aus den Reihen der Hitler-Jugend.