LWH aus Steiermark zurück
Ergänzend zu seinem Bericht vom 18. Januar 1944 informiert OStD Halfmann den Oberpräsidenten der Rheinprovinz drei Tage später über die überraschenden Verlegung von Luftwaffenhelfern in die Steiermark:
„Über folgenden Fall berichte ich nachträglich folgendes:
1) Staatl. Dreikönigsgymnasium, 8. Klasse - 10 Schüler des Gymnasiums und der 7 der Oberschule am 13.12.43 verlegt von Köln-Longerich nach Bruck a.d. Mur/Steiermark. Die Oberschüler bildeten eine Unterrichtseinheit mit den gleichzeitig verlegten Schüler der Schiller-Schule in Köln-Ehrenfeld.
2) Die Schule erhielt keine Nachricht, sondern wurde nur inoffiziell durch einen LwH am Tage der Verlegung unterrichtet. Das Ziel der Verlegung wurde nicht angegeben. Den Schülern war nicht einmal Gelegenheit gegeben worden, sich von den Eltern zu verabschieden.
3) Schulische Betreuung in Bruck ist nicht vorhanden. Anfang Januar d.Js. erhielt der Direktor durch einen ihn besuchenden, in Köln auf Urlaub weilenden LwH die Nachricht, dass die Klassen wegen völligen Fehlens von Unterbringungsmöglichkeiten auf die Dauer von 3 Wochen nach Hause beurlaubt wurden. Es wurde unterlassen, den Schülern den Auftrag zu geben, sich für diese Zeit in der Schule zur Teilnahme am Unterricht zu melden. Da der betr. LwH sich erst zu Ende des Urlaubs beim Direktor der Anstalt meldete, dieser also so spät erst von der Beurlaubung erfuhr, konnte die Schule die Jungen auch nicht mehr zum Unterricht bestellen.
Heute hat sich wieder ein LwH dieser Einsatzgruppe bei der Schule gemeldet und folgendes mitgeteilt: Nach Ablauf des dreiwöchigen Urlaubs sind die LwH wieder nach Bruck zurückgekehrt, aber nach Ablauf einer Woche von Bruck nach Köln zurückverlegt worden. Die Batterie befindet sich jetzt in Köln-Höhenberg. Zweck des Besuchs des Luftwaffenhelfers war nachzufragen, ob die Klasse bis zu ihrer Entlassung am 10.2.44 noch Unterricht erhalten könne. Da die Schüler sich wieder hier befinden, wird auch der Unterricht für die restliche Zeit wieder aufgenommen werden.
Die Schüler der Schiller-Schule sind somit auch wieder zurückgekehrt.“