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Ereignisse
1938
April

Bericht über Tätigkeit der HJ Andernach

Am 7. April 1938 wird folgender Bericht über die Tätigkeit der HJ in Andernach erteilt:

„Ich hatte vor, Ihnen eine eingehende Darstellung über die Verhältnisse in der Andernacher Hitler-Jugend zu geben. Allgemein kann ich nur große Unzufriedenheit der Eltern darüber feststellen, dass die Pimpfe beispielsweise oft wöchentlich 4 - 5 Mal zum Dienst zitiert werden, infolgedessen nicht zu ihrer Schulaufgabe und zu ihren häuslichen Obliegenheiten kommen. Irgendwelche HJ-Führer befehlen ihren Jungens einfach willkürlich das Antreten und sind auch sonst in der Menschenführung alles andere als zuverlässig. Darüber hinaus besteht in der Hitlerjugend vielfach eine Dienstunlust, die sich besonders beim BDM bemerkbar macht, weil es zunächst an der planmäßigen weltanschaulichen Schulung und darüber hinaus auch, wie oben angedeutet, an den Führern fehlt, die Verständnis und Fähigkeiten zur Jugendführung haben. Es bleibt zu erwarten, dass die Jugendbeauftragten der Lehrerschaft hier reinigend und aufklärend, d.h. also ausgleichend und verbessernd wirken können. Jedenfalls haben einige Vorkommnisse in der Hitlerjugend der Stadt Andernach, die Ihnen ja auch bekannt sind, nicht dazu beigetragen, das Ansehen der Hitlerjugend und ihrer Führer gerade bei den nationalsozialistisch schwer zugänglichen Menschen in Andernach und Umgebung zu festigen oder gar zu heben.

Ich hoffe, dass ich nach dem Wahlkampf, in dem ich bis zum Zerreißen angespannt bin, Gelegenheit zur eingehenden Darstellung einiger wirtschafts- und sozialpolitischer Probleme, die Andernach und darüber hinaus den Kreis Mayen berühren, habe.“

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