HJ-Streifendienst im Bann 55 (Lippe)
Bereits 1936 war der Streifendienst der Hitlerjugend reichsweit neu organisiert worden. Im Oktober 1938 wurde von der Reichsjugendführung angeordnet, dass der Streifendienst in jedem Bann in der Stärke einer Gefolgschaft zu existieren habe. Für Lippe wurde dadurch eine erhebliche zahlenmäßige Aufstockung der HJ-Streifen not¬wendig, da diese zwar an verschiedenen lokalen Standorten bereits existierten, aber zahlenmäßig nur schwach besetzt waren. Über den Aufbau des HJ-Streifendienstes in Lippe Anfang 1938 gibt ein Zeitungsartikel in der Lippischen Tageszeitung Aufschluss. Die Gliederung des Streifendienstes erfolgte entspre¬chend dem Aufbau der HJ. Führer des Bannstreifendienstes war der Bannstreifenführer C, der im Rang eines Gefolgschaftsführers stand. Die sechs Unterban¬ne verfügten über jeweils eine Streifenkameradschaft, deren Führer der jeweilige HJ-Unterbannführer war. Eine Streifenkameradschaft umfasste gewöhnlich sechs Personen. Im Einzelnen gab es die Streifenkameradschaften in Detmold, Lage, Lemgo, Bösingfeld, Blomberg und Hom. Diese regionalen Zahlenangaben deuten darauf hin, dass sich die Notwendigkeit von HJ-Streifen in Lippe nicht in dem Maße stellte wie in anderen Regionen. Gleichwohl macht die Existenz des Streifendienstes deutlich, in welch geringem Maße die Jugendlichen die von der Hitlerjugend propagierten und geforderten Verhaltensmaßregeln wirklich verinnerlicht hatten. Der Ausbau des Streifendienstes erfolgte proportional zur verstärkten Erfassung solcher Jugendlicher, die lediglich unter dem Zwangsaspekt in die Organisation integriert werden konnten.