Eine "Nachfolgegruppe der K.P."
Der HJ-Streifendienst setzt in Solingen-Ohligs eine Gruppe von acht Jugendlichen fest, die von Essen aus eine Fahrradtour nach Gruiten und Solingen-Ohligs unternommen hatten. Auf dem dortigen Kirmesplatz wird die Gruppe von der HJ kontrolliert. „Wir haben keinen Widerstand geleistet", schildert später einer der Beschuldigten die Situation. „Die HJ-Streife verlangte, dass wir den Kirmesplatz in Ohligs verließen. Dieses haben wir nicht getan, sondern behauptet, dass wir ein Recht hätten, dort zu verweilen."
Laut HJ-Streife kommt es anschließend zu Handgreiflichkeiten, so dass die Polizei hinzugezogen wird. Der HJ-Streifendienstführer meldet der Gestapo Essen: „Nach meinen Ermittlungen handelt es sich anscheinend um eine Nachfolgegruppe der K.P. (Kittelbach-Piraten)." Als „Beweis" wird die „verbotene einheitliche Kleidung der Gruppe" herangezogen: „Lederhose, Schottenhemd, weiße Strümpfe".
Die Namen der Jugendlichen werden der Gestapo mitgeteilt, die nach ihrer Rückkehr nach Essen zum Verhör vorgeladen werden. Die Gestapo sieht jedoch keinen Grund zum Handeln: „Eine bündische oder konfessionelle Wanderung liegt nicht vor. (...) Da auch ein Verstoß gegen die V.O. des Oberpräsidenten vom 1.4.1935 nicht nachweisbar ist, wurden die Beschuldigten verwarnt."