Jungmädelgruppe Bünde erstattet Halbjahresbericht
Am 8. April 1938 erstattet die Jungmädelgruppe 36/183 (Bünde) folgenden Halbjahresbericht über ihre Tätigkeit:
„Unsere J.M.-Gruppe 36/183 Bünde umfasst 251 Jungmädel und ist in vier Scharen und vierzehn Schaften aufgeteilt. Jede Schaft führt einen Heimnachmittag und einen Turnnachmittag in der Woche durch. Unsere Heimnachmittage gliedern sich in Schulungs-, Musik-, Volkstanz- und Bastelnachmittage. Die Führerinnen werden hierzu einmal im Monat (Sonnabend und Sonntag) geschult. Außerdem erhalten wir vom J.M.-Untergau laufend Schulungsmaterial aller Art (Musik-, Bastel- und Sportvorlagen und sonstige Schulungshefte).
Leider stehen uns für unsere Heimnachmittage nur sehr ungenügende Räume zur Verfügung. Wir besitzen für unsere vierzehn Schaften nur ein Heim, das aber noch dazu sehr ungünstig proportioniert ist. Die anderen Schaften müssen in den Schulen untergebracht werden.
Um Ostern einen tüchtigen Führerinnennachwuchs zu haben, wurden vom J.M.-Ring aus die Jungmädel zusammengefasst, die sich zu Führerinnen eignen. Augenblicklich befinden sich diese Mädel im Lager in Bustedt.
Die Sportnachmittage haben wir im letzten Winter besonders ausgebaut. Zu unseren zwei Sportwartinnen mussten wir noch vier weitere hinzuziehen. Außerdem war der weibliche Arbeitsdienst, Spradow, so freundlich, uns einige Mädel zur Verfügung zu stellen. Jungmädel, die sich beim Turnen besonders auszeichneten, sind in einer Leistungsgruppe zusammengefasst worden.
Am 28. u. 29. Mai 1938 wird der Sporttag der Mädel- und Jungmädelgruppen sein. In diesem Jahr wollen wir unseren Sporttag im Rahmen des Reichssportwettkampfes der Hitler-Jugend als ein Gruppenfest, nicht als ein Untergaufest, feiern.
Auch für uns gilt die Parole: ‚Kampf dem Verderb!‘ und es ist erstaunlich, wie viel unsere Mädel zusammenschleppen. Auch haben wir uns für das W.H.W. durch Bastelarbeiten eingesetzt.“