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Ereignisse
1938
März

Führertagung des Jungbannes 183

Am 14. März 1938 berichtet das „Herforder Kreisblatt“ über eine zweitägige „große Führertagung“ des Jungvolkes des Bannes 183 in Bünde am 12. und 13. März. Die Zeitung schreibt:

„Wittekinds Jugend hütet das Erbe
Zwei Tage stand Bünde im Zeichen des Jungvolkes – Fackelzug in der Zigarrenstadt – Elternabend – Kurt Eggers sprach – Dank an den scheidenden Jungbannführer Sprekelmeier, Beauftragung des neuen Führers Brepohl - Schlussappell

Zwei Tage lang stand die Zigarrenstadt im Zeichen des Jungvolkes. Eine große Führertagung hatte die jungen Menschen aus Stadt und Dorf zusammengerufen, die durch die Verabschiedung des bisherigen verdienstvollen Jungbannführer Sprekelmanns und die Einsetzung des neuen Jungbannführers Brepohl eine besondere Note bekam. 560 Führer des Jungbannes 183 aus den Kreisen Herford und Lübbecke fanden sich am Sonnabendnachmittag um 16 Uhr in einem machtvollen Auftakt auf dem Bünder Marktplatz zusammen. Nicht weniger als 600 Quartiere mussten ausgemacht werden.

Der Jungbannführer hielt den Appell ab, dem die Bevölkerung in großer Zahl beiwohnte. Ein Propagandamarsch führte die Führermannschaft durch die Straßen der Stadt; begeistert wurde der Fanfarenzug aus Lübbecker, Löhner und Herforder Pimpfen begrüßt. Indessen formieren sich die Verbände, die Gliederungen der Partei, die Vereine zum Fackelzug, dessen Teilnehmer später als Gäste an den Elternabend des Jungvolkes teilnehmen. Eindrucksvoll der Fahneneinmarsch, die Klänge des Bannmusikzuges und des Jungbannfanfarenzuges. Lied und Sprecher wechseln ab.

Jungbannführer Sprekelmeier betont die Freude und den Stolz der Jugend, die gerade diesen Tag der Eltern gestalten darf. Ortsgruppenleiter Möller zeichnet ein Bild der letzten Tage und schließt mit einem Gruß an die Brüder ist Deutschösterreich. Bannführer Hertelmann, der Führer der Gebietsführerschule Langemarck in Schloss Haldem, dankt dem Führer, dass er unbeirrt und geraden Weges sein Werk zur Vollendung bringt. Die Jugend, die seinen Namen trägt, trägt ein verpflichtendes Erbe. Im Jungvolk wird die Jugend zur Leistung, zum eisernen Willen erzogen, der sie befähigt, Helfer am Werk des Führers zu werden.

Eine Morgenfeier mit dem Dichter Kurt Eggers leitete den Sonntag ein. Der Dichter sprach über Ulrich von Hutten als einen geistigen Vorkämpfer. Anschließend sprach der Kreisleiter der NSDAP Pg. Ernst Meiring (Lübbecke) und deckte in der Vergangenheit auf und geißelte das Treiben konfessioneller Dunkelmänner und rief die Jugend auf zum Einlass für die Hochziele des deutschen Volkes und seines großen Führers auf. Eine Singstunde vereinte die junge Mannschaft im Stadtgarten.

Die Führertagung am Nachmittag im großen Saal des Stadtgartens bildete den Höhepunkt der Bünder Zusammenkunft. Nach dem Fahneneinmarsch umriss Jungbannführer Sprekelmeier den Sinn dieser Zusammenkunft: die junge Führermannschaft des Ravensberger Landes soll Weg und Weisung bekommen. Dann sprach der Führer des Jungvolkes im Gebiet West, Pg. Walter Kröcher. In klaren grundsätzlichen Ausführungen gab er einen Überblick über die Arbeit der kommenden Zeit. Sein Dank galt dem scheidenden Jungbannführer Sprekelmeier, der Arbeitsdienstzeit und Militärzeit abzuleisten hat; in unermüdlicher Tatkraft hat er seine Aufgaben gemeistert und seine Jungen zur Leistung erzogen.

Gerade hier im Herzen des Wittekindslandes kommt den Führern der Jugend eine besondere Aufgabe zu. Aus diesem alten Bauernland muss die alte gesunde Kraft kommen, die die jungen Menschen zwischen 10 und 14 Jahren zu Kerlen werden lässt. Wo auch immer ein junger Mensch junge Menschen führen muss, da verlangt unsere Zeit von ihm Treue und Hingabe. Auf jeden kommt es an, keiner darf am Wege verbleiben. Zeltläger, der große Gebietsaufmarsch im Sommer, werden wichtige Etappen der kommenden Arbeit sein.

Zweifach ist die Parole für Jungen dieser Landschaft: Einmal das zu wahren, was in Jahrhunderten dieser Boden den Menschen mitgab, was sie formte und bestimmte, zum anderen die Verpflichtung aus diesem überkommenen Gut wieder Weg und Weisung zu nehmen, um all die jungen Menschenkinder, die uns anvertraut sind, zu deutschen Menschen und zu anständigen Kerlen zu machen. Der anständige Kerl, das ist einzig und allein das Ideal, das uns vorschwebt, der anständige, wetterfeste Junge, der nicht weichlich zu Hause hockt, wenn sein Volk ihn ruft.

Tiefe Freude soll und muss euch überkommen und es ist der schönste Lohn für eure eigne Haltung und eure Mühen, wenn ihr seht, wie die jungen Menschen werden und wachsen nach dem Bilde, wie ihr es euch gedacht habt, wenn sie werden, wie es euch vorgeschwebt hat: Kämpfer, westfälische Dickköpfe, die nicht zu allem Ja und Amen sagen, sondern mit offenem Auge an Dinge und Menschen herangehen, die sich um ihr eignes Urteil mühen und ihre Kraft mit Überlegung und Verantwortung in der langen Reihe der Kameraden einsetzen. Die Liebe zu Deutschland, die Liebe zum Führer gilt es einzuhämmern.

Ein besonderer Höhepunkt in den wegweisenden Worten des Hauptjungbannführers Pg. Walter Kröcher war dann die Beauftragung des neuen Jungbannführers Pg. Wilhelm Brepohl.

Aus den Einführungsworten klang der Stolz über diese Stunde und der Wunsch, dass weiterhin mit dem gleichen Aktivismus wie bislang die Aufgaben im Jungbann 183 angegriffen werden möchten, dass die gleichen Erfolge die Arbeit an der Jugend im Ravensberger Land begleiten möchten. Eine verschworene junge Mannschaft tritt auf den Plan. Für sie alle gilt es beispielgebend zu sorgen, dass sie der geschichtsschweren Landschaft zwischen Werre und Wiehen Ehre macht und in jedem Augenblick der Führer wissen kann: Hier stehen junge deutsche Menschen, die mit dem letzten Einsatz sich für sein Werk einsetzen.

Dann klingt aus den jungen Kehlen das Lied: „Ein junges Volk steht auf“. Jungbannführer Pg. Sprekelmeier schließt diese bedeutungsvolle Stunde.

Ein Frühlingstag spannt sich über der kleinen Stadt an der Else. Es ist, als ob die Natur Anteil haben wollte an der tiefen Freude, die durch die deutschen Lande eilt. Wieder beleben die schmucken Uniformen der deutschen Jugend das Straßenbild, blitzen die Fanfaren in der Sonne. Die vielen Hundert formieren sich zum Vorbeimarsch vor dem Gebietsjungvolkführer und Jungbannführer.

Vor der Stadtsparkasse haben sich viele Zuschauer eingefunden, die freudig die Jungen am Abschluss der beiden Bünder Tage an sich vorüberziehen lassen. Mit diesem Vorbeimarsch hat dann die Führertagung ihren Abschluss gefunden.

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