Don Kosaken und Bündische Jugend
Am 25. Januar 1938 verschickt die Bielefelder Gestapo folgendes Rundschreiben 19/38:
„Betrifft: Donkosakenchor und Bündische Jugend
Es ist beobachtet worden, dass Konzertveranstaltungen des Donkosakenchors und anderer russischer Emigrantenchöre vorwiegend von Angehörigen der verbotenen Bündischen Jugend besucht werden. Bis zu Anfang d. J. erschienen sie sogar in bündischer Kluft oder waren mit bündischen Abzeichen versehen. Sie zeichneten sich durch besonders lauten und anhaltenden Beifall aus. Zum Schluss wurde gewöhnlich das bündische Lied ‚Platoff‘ verlangt.
Nach den inzwischen allgemein rechtsgültig gewordenen Verbot der bündischen Jugend waren derartige Veranstaltungen schwächer besucht, Insbesondere wurde, soweit hier bekannt, die bündische Kluft nicht mehr gezeigt.
Ich ersuche, alle Veranstaltungen derartiger russischer Emigrantenchöre die erfahrungsgemäß als Treffpunkt ehemaliger Angehöriger der Bündischen Jugend dienen, zu überwachen und alle Personen, die sich durch Abzeichen oder sonstiges Gebaren als Angehörige der verbotenen Bündischen Jugend kennzeichnen, unauffällig festzustellen und erforderlichenfalls dem Gericht zu übergeben.
Darüber hinaus besteht bei sorgfältiger Überwachung dieser Veranstaltungen die Möglichkeit, etwa noch bestehende Gruppen ehemaliger bündischer Organisationen kennenzulernen, Beobachtungen über ihre Tätigkeit zu machen und durch vorsichtige Ermittlungen die verantwortlichen Führer herauszufinden. Ich ersuche, auch hierauf besonderes Augenmerk zu richten.
Über etwaige Beobachtungen und Feststellungen und das Veranlasste ist mir von Fall zu Fall zu berichten.“