Köln wird HJ-Standort
Die Führerschaft der drei Kölner Banne und Jungbanne versammelt sich im Dezember 1938 zu einem Führerdienst in der neuen Kölner Universität. Gebietsführer Hohoff gibt bei dieser Gelegenheit bekannt, dass das Gebiet Mittelrhein ab dem 1. Januar 1939 analog zum Namen des Gaues in Gebiet "Köln-Aachen" umbenannt werde.
Im Anschluss skizziert er die HJ-Arbeit in Köln und Aachen und stellt die Forderung auf, in Köln als "der Stadt des Rheinlandes die besten Formationen aufzustellen". Mit Aachen werde der Begriff des Führerlagers verbunden, da diese Stadt "aufgrund ihrer geschichtlichen und grenzpolitischen Bedeutung besonders geeignet als Symbol sei".
Über die drei Kölner Banne und Jungbanne führt Hohoff aus, dass sie sich mittlerweile zu einer Einheit entwickelt hätten. Daher werde für Köln nunmehr die Dienststellung eines Standortführers geschaffen, der diese Entwicklung "vertiefen und ausbauen" müsse. Dafür nennt er folgende Aufgaben: "Organisation der Dienstkontrolle, Planung und Vertiefung der Jugendpflegemittel gemeinsam mit der Hansestadt Köln, Heimbauplanung." Zudem kündigt Hohoff den Aufbau einer Großkölner Spielschar an, die zugleich als Hauptspielschar am Reichssender Köln fungieren solle. Ferner teilt er mit, dass die Bootshäuser der Marine-HJ des Bannes 217 als gemeinsame Ausbildungsstätten aller Kölner Marine-HJ-Einheiten zur Verfügung ständen und skizziert den Plan, auf dem Petershof, dem Standquartier der Reiter-HJ, eine Sportschule für die mittlere Führerschaft einzurichten, wo die Führer nebem dem Reiten auch Fechten, Pistolenschießen u.a. betreiben könnten. Zuletzt verkündet Hohoff als Parole für die Winterarbeit eine weitere Leistungssteigerung in den Formationen.
Zum Abschluss ernennt er den Führer des Bannes Köln-Süd (217), Oberbannführer Nüttgen, zum Standortführer Kölns.
Oberbannführer Fritz Nüttgen wurde am 18. Juli 1908 in Potsdam geboren. Er studierte in Wien und Breslau. 1929 bis 1932 war er bei der SA und Unterführer im NS-Studentenbund. Er war, so der Westdeutsche Beobachter, "im Kampf gegen die jüdische Dozentenschaft an der Universität Breslau [...] hervorragend beteiligt und wurde deshalb von der Universität verwiesen". Im August 1932 trat er zur HJ übr, wo er zunächst Gefolgschaftsführer und Adjutant des Gebietsführers in Schlesien war, dann als Führer des Unterbannes Nordschlesien, des Bannes Glogau (58) und des Oberbannes Niederschlesien eingesetzt wurde.
In der HJ besetzte er anschließend folgende Posten: 1.Dezember 1934 bis 1. Juli 1935 Dienstprüfer in der damaligen Abteilung E (Ertüchtigung) der RJF, 1. Juli 1935 bis 1. November 1935 Leiter der Abteilung für körperliche Schulung im Gebiet Mittelrhein, ab 1. November 1935 Führer des Bannes Köln-Süd (217) und 1938 Sonderbeauftragter des Gebietsführers.