Arbeit der Kölner HJ-Feldschergefolgschaft
In den drei Kölner Bannen bestehen im Winter 1938 je eine HJ-Feldschergefolgschaft, die unter Leitung eines Arztes in Ausbildungsabenden geschult werden. Die Teilnehmer, die aus der allgemeinen HJ und aus den Sonderformationen stammen, werden für ein halbes Jahr zu der Feldschergefolgschaft entsandt, um dort ausgebildet zu werden. Anschließend kehren sie in ihre alten Einheiten zurück, werden jedoch auch weiterhin einmal monatlich weitergebildet. Ziel ist es, dass jede Kameradschaft einen ausgebildeten Feldscher erhält. Die Ausbildung umfasst außer erste Hilfe Rettungsschwimmen, Gasschutz im Rahmen des Luftschutzes und Arzneikenntnis.
Der Einsatz der Feldschere erfolgt vor allem bei größeren Aufmärschen, Großfahrten und in Zeltlagern. Die Gesundheitsabteilung der Gebietsführung Mittelrhein in der Overstolzenstraße hält dafür ein großes Materiallager bereit mit Verbandsstoffen, Arzneimitteln, ärztlichen Geräten, Tragbahren sowie Feldscherkoppeltaschen und -tornistern.
Im Gesundheitsdienst der HJ gibt es Feldschere (ausgebildete Hitlerjungen), Oberfeldschere (meist Medizinstudenten), HJ-Ärzte (ausgebildete Ärzte, die freiwillig in der HJ arbeiten) und Apotheker. Alle Jungapotheker sind verpflichtet, ein Jahr lang im HJ-Gesundheitsdienst tätig zu sein, Medizinstudenten ein halbes Jahr.
Die Gesundheitsabteilung der Gebietsführung Mittelrhein ist auch für BDM und Jungmädel zuständig. Die Ausbildung der "Gesundheitsmädel" ist der der HJ ähnlich, die Ärztinnen unterstehen der Gebietsärztin.
Neben der Ausbildung und dem Einsatz von Feldscheren, Ärzten und Apothekern ist die Gesundheitsabteilung auch für die Einstellungsuntersuchungen der neu ins Jungvolk bzw. den Jungmädelbund aufzunehmenden Zehnjährigen, nach dem seinerzeitigen Stand rund 220.000 bis 230.000.